In allererster Linie möchte ich klarstellen, dass "Devotion" kein Erotikfilmchen ist, so wie es das Cover suggeriert, sondern ein Sozial-Drama!
Es geht um eine Familie, die in ärmlichen Verhältnissen in einem Dorf der Philippinen leben und sich zusammen ein Zimmer zu sechst teilen müssen, ohne seperate Küche oder Badezimmer. Der eine Sohn (Pau) verdient sein Geld als Tänzer mit zusätzlichen Gefälligkeiten in einer Schwulen-Bar, der andere hat große Probleme, seine Aggressionen unter Kontrolle zu bekommen, wenn es zu Ungerechtigkeiten kommt, was er wahrscheinlich von seinem bereits verstorbenen Vater vererbt bekommen hat. Die Mutter arbeitet an einem kleinen mobilen Imbiss-Stand am Straßenrand und wünscht sich nichts mehr, als dass ihre Kinder bald ein besseres Leben haben sollten. Da taucht plötzlich ein ausgewanderter Freier auf und bietet Pau an, mit ihm nach Amerika zu gehen und dort zu heiraten; seine Familie könne er später nachholen. Eine schwerwiegende Entscheidung muss von Pau, seiner Freundin und der gesamten Familie getroffen werden.
"Devotion" handelt von Zusammenhalt, Liebe, Verführung, aber auch Betrug und Vergewaltigung. Die Familie steht hier im Mittelpunkt und alle helfen sich gegenseitig, auch finanziell. Wenn die Söhne ihr Geld in der Nacht verdient haben, dann wird dieses an die Mutter, der Freundin oder gar an das adoptierte Straßenmädchen weitergegeben. Auch das Nachtlokal spielt eine große Rolle. Die halbnackten, erotisch tanzenden Männer können für den ein oder anderen etwas befremdlich wirken, gehören aber zu der Story nun mal dazu. Ansonsten gibt es an Erotik jediglich ein paar Szenen im Bett, bei denen aber nichts Wildes passiert und man nur ein paar Möpse zu sehen bekommt. Ganz außerordentlich hat mir das Schauspiel aller Darsteller gefallen sowie die Erzählweise der Geschichte. Es war zu keiner Zeit langweilig und man konnte mit den Charakteren mitfühlen. Das realistisch aussehende Setting hat auch noch dazu beigetragen.
Der Trailer zeigt schon deutlich in welche Richtung dieser Film geht, jedoch würde ich von der deutschen Synchronisation Abstand nehmen und lieber das Ganze im O-Ton mit Untertiteln anschauen, da es das Drama dadurch auch nochmal intensiviert, was die Synchro leider nicht schafft. Die Laufzeit finde ich nicht zu lang, da es genügend Charaktere gibt, dessen Schicksal man thematisieren kann.
Um meine Wertung einzuordnen, würde ich für die Szenen in dem Nachtclub und für das Fehlen eines echten Highlights ein paar Punkte abziehen und komme am Ende auf 7 Sterne. Insgesamt also ein gutes Drama von den Philippinen, das mit guten Darstellern daherkommt und für unsere Sehverhältnisse ein eher unbekanntes Umfeld behandelt.