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Zweifelsohne wird jeder Mensch im Verlauf seines Lebens daran gedacht haben, wie es wäre, mit dem Wissen von heute die Vergangenheit zu verändern. Irgendeine vermeintliche Fehlentscheidung findet sich immer. Autor und Regisseur Jed Shepherd wandelt auf ähnlichen Pfaden einer spannenden Ausgangssituation.

Yogalehrerin Jess und ihr Freund Scott liegen bereits im Bett, als sie von einem Geräusch in der Wohnung aufgeschreckt werden. Scott schaut nach und es folgt ein weiteres Poltern. Um dem, was dem Paar nun blühen wird zu entgehen, muss Jess ihre mentalen Kräfte bündeln und an einen Punkt in ihrer Vergangenheit anknüpfen…

Bei schwachen Spielfilmen, die aus vielen Laufzeitstreckern und sonstigem unnötigen Ballast bestehen, hätte man sich als Fazit oft eher einen Kurzfilm gewünscht, hier ist das Gegenteil der Fall. Ohne Abspann kommt der Stoff auf eine Laufzeit von 11 Minuten und man hätte sich noch die eine oder andere Variation mehr gewünscht, zumal die Umsetzung mit Stationen der Vergangenheit ansprechend und stilvoll umgesetzt ist. Als Langfilm hätte man es bestenfalls mit so etwas wie „Butterfly Effekt“ zu tun.

In dieser arg komprimierten Form wirkt das Endergebnis eher wie ein Entwurf, ein flüchtiger Gedankengang, dem letztlich der A-ha-Effekt und die emotionale Wucht fehlen, obgleich eine Pointe etwas in dieser Form zumindest andeutet.
Zudem lässt sich ein Was-wäre-wenn-Szenraio bekanntlich mannigfaltig variieren, wobei die Machart dieses Kurzfilms durchaus dafür spricht, etwas ausgiebiger in jenen Gefilden zu schwelgen.

Die wenigen Darsteller überzeugen, handwerklich wird solide geliefert und auch der Score unterstreicht den leicht melancholisch anmutenden Grundton dieser Mischung, die irgendwo zwischen Romantik, Horror, Mystery und Science Fiction angesiedelt ist.
Durchaus sehenswert und mit einer ambivalenten Pointe versehen, aber eben deutlich zu verkürzt ausgearbeitet.
6 von 10



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