Zweifelsohne hat der Terroreinsatz der Hamas seit dem 7. Oktober 2023 zu einem neuen Ausmaß des Krieges zwischen Gaza und Israel geführt. Doch bereits in den 1990ern brodelte es trotz einiger Friedensverhandlungen gewaltig, was Regisseur Danny A. Abeckaser in einer Mischung aus Action und Polit-Thriller zu veranschaulichen sucht.
Tel Aviv im Sommer 1995: Ein palästinensischer Selbstmordattentäter zündet eine Bombe in einem voll besetzten Bus. Die Tochter eines einflussreichen US-Senators stirbt bei dem Attentat, der diese Aktion umgehend gerächt haben will. Er engagiert den Söldner Avi (Angel Bonanni), um den Drahtzieher, der unter dem Namen der Ingenieur bekannt ist, zur Strecke zu bringen. Nahezu zeitgleich befindet sich auch der ehemalige Agent Etan (Emile Hirsch) mit seinen Jungs auf eben jener Mission…
Die Exposition gelingt Abeckaser noch einigermaßen effektiv: Es gibt Drahtzieher und Ausführende und kurz darauf entsprechende Instanzen zur Ergreifung jener Individuen, was anfangs schnörkellos und mit effektivem Tempo inszeniert ist. Allerdings geben die Figurenzeichnungen wenig her und während man Avi zumindest noch ein gescheitertes Familienleben auf den Weg gibt, wird über Etan nur behauptet, er sei wegen Foltereinsatzes für einige Monate suspendiert gewesen, was man ihm jedoch zu keiner Zeit abkauft.
Die Location, die schlichte Ausstattung, Kostüme, Requisiten, - all das geht in Ordnung, doch der Stoff vermag sich nach der Ausgangssituation nie so recht entscheiden, ob er aufs reine Taktieren oder doch eventuell etwas Action setzen will. Vielmehr setzt er Handlungsstränge mit Figuren an, welche danach im Nichts verschwinden und was der eigentlichen Handlung zur Ergreifung des Titelgebenden rein gar nichts bringt. Erst im letzten Akt, als sich die Teams zu einer Einheit formieren, geht man wieder direkter zur Sache, anstatt um den heißen Brei herumzulabern.
Spannung kommt bei alledem zu keiner Zeit auf und die Action ist bis auf sehr wenige Ausnahmen fast gar nicht vorhanden und wenn, dann eher billig statt dynamisch inszeniert. Hierzu passen auch die Darstellerleistungen, die mehrheitlich unterdurchschnittlich ausfallen, während der Score kaum antreibt und die Dialoge allenfalls als zweckdienlich zu beschreiben sind.
Obgleich ein Großteil der Prämisse auf wahren Ereignissen basiert, wird man hier kaum mitgerissen oder gar in Hochspannung versetzt, die 93 Minuten dümpeln oft teilnahmslos vor sich hin und zerfasern eine Ausgangssituation, die deutlich mehr hergegeben hätte als reine Belanglosigkeit.
3 von 10