Ein Griff in die hintersten Videotheken-Ecken offenbart mir einen interessant klingenden Mystery Thriller aus Österreich mit dem bescheidenen Titel „Tödlicher Umweg“.
Nachdem der Streifen von Regisseur Curt Faudon ("Tattoo") mit Ken Duken, der im genialen "100 Pro" brillierte, und der ansehnlichen Eva Hassmann aufwartet, könnte er doch sooooo schlecht auch wieder nicht sein.
Also gut - rein das Teil und los gehts. Die stärksten Momente hat der Film dann schließlich auch in seiner ersten Hälfte, in welcher der Zuschauer geschickt im Dunkeln tappt und so gar nicht weiß, was das Ganze eigentlich soll. Es kommt eine wahrhaft düstere Spannung und tolle Atmosphäre auf. In diesen Momenten kann man sehr gut mit dem armen Ken Duken mitfühlen, der sich inmitten einer verdammten Verschwörung wähnt - und das mitten im Winter im tiefsten Ösi-Hinterland, wenige Stunden vor seinem wichtigen Casting in München!
Das war’s; anstatt die Theorien weiter zu verstricken und die Story voranzutreiben offenbart uns der Regisseur - leider viel zu früh - mit der eigentlichen Auflösung des Ganzen!
- Vorsicht: mächtig großer Spoiler-Alarm! -
Nicht weiterlesen, wer die wirklich guten ersten 45 Minuten irgendwann selbst nochmal durchgruseln möchte!
"Truman Show"-mäßig erfahren wir infolgedessen. dass Herr Duken sich bereits inmitten des Castings befindet und als Hauptdarsteller in einem Krimi-Thriller agiert, denn alle Personen, die ihm über den Weg liefen sind Darsteller unter der Regie eines psychopathischen Wahnsinnigen, der ausprobieren möchte, wie weit sein Schützling in dieser Extrem-Situation gehen wird!
Aufgrund dieser Wendung erinnert der Film nun stark an "Das Experiment", ohne letztendlich auch nur ansatzweise dessen Klasse zu erreichen. Die Produktionszentrale inmitten der "Bergdorf"-Kulisse wirkt doch etwas sehr futuristisch und überfrachtet und in diesem Zusammenhang wage ich es auch zu bezweifeln, dass Ken Duken, der im "Big Brother-Bergdorf" gefangen scheint und von hunderten Kameras aufgezeichnet wird diese nicht bemerkt!
Naja - wenn man diese logischen Ungereimtheiten übersieht, kann an sich dennoch auf einen anfangs spannenden Thriller mit guten Darsteller-Leistungen einlassen. Auch wenn der Schlussteil meines Erachtens ziemlich unrealistisch und überdreht daherkommt, kann man sich den Streifen in einer langweiligen Stunde schon mal geben!