Um 1870 hatte ein pfiffiger Typ eine revolutionäre Idee: Man könnte aus einem ausrangierten Speisewagen der Bahn einen mobilen Imbiss gestalten und einfache Speisen zu günstigen Preisen anbieten. Einige Diner verströmen noch heute das Flair der 50er bis 80er wie das Langfilmdebüt von Alan Scott Neal veranschaulicht.
Nancy ist Juniorchefin im Diner ihres Vaters und wird zur Nachtschicht verdonnert. Bereits vor Stunden terrorisierten vier Halbstarke das Lokal und als Nancy nachts komplett allein im Diner ist, scheinen die vier Maskierten zurück…
Dass es im titelgebenden Gastrogebäude blutig enden wird, untermalt ein Schwenk während des Intros, bei dem diverse, leblos am Boden liegenden Körper erfasst werden und Blutspuren von Gewalttaten zeugen. Die anberaumte Sympathieträgerin Nancy wird hingegen nicht sonderlich positiv eingeführt. Sie erfährt just von ihrer Schwangerschaft, raucht mit ihrer Freundin einen Joint und weiß unter mehreren potenziellen Erzeugern nicht, wer der Vater sein könnte.
Auch als Chefin verhält sie sich nicht allzu professionell, reagiert impulsiv und unangemessen, woraufhin das spätere Mitfiebern früh einen Dämpfer erhält. Mit dem Auftreten der vier Maskierten bekommt man immerhin ein waschechtes Home Invasion Szenario, welches aufgrund des markanten Settings, gelungener musikalischer Untermalung und einer weitgehend effektiven Kamera eine eigentümliche Atmosphäre erzeugt. Einigermaßen spannend gerät es überdies, als typische Anzeichen unberechenbaren Terrors anklopfen und rasches Handeln gefragt ist.
Zur Halbzeit macht die Erzählung einen Break und wechselt nach einem zeitlichen Rückwärtssprung die Perspektive, was zwischenzeitlich recht gekonnt inszeniert ist. Während man in der ersten Phase mit Nancy im Diner gefangen ist, wechselt man danach zur Außenansicht und ist auch mal ein wenig abseits vom Hauptschauplatz unterwegs. Ein daraus resultierendes Manko ist jedoch die Enthüllung eines Twists, den man sich taktisch besser für einen späteren Zeitpunkt aufgehoben hätte.
Es folgen einige konventionell anmutende Muster, allerdings auch einige hanebüchene Entscheidungen und Reaktionen, welche sich gegen Finale etwas zu sehr anhäufen.
Dennoch macht der Stoff mit der Konzentration aufs Wesentliche vieles richtig, was für einen Abspann nach nur 80 Minuten spricht.
Insgesamt halten sich die Gewalteinlagen bis auf ein paar ordentlich inszenierte Einsätze zurück, darstellerisch wird tauglich geliefert und handwerklich ist bis auf eine Wackelkamera im Außenbereich nichts auszusetzen. Storytechnisch hätte man noch etwas intensiver auf Terror und Hilflosigkeit setzen können, doch unterm Strich erhalten Horrorfans passable Kost auf solidem Niveau.
6,5 von 10