Amerikas Mittlerer Westen in den 90er Jahren: Handelsvertreter Cliff ist hochverschuldet und hält sich und seine Familie mit Mühe über Wasser. Schon lange hat er es aufgegeben, dem amerikanischen Traum hinterherzujagen – es geht nur noch darum, irgendwie zu überleben. Als Cliff zufällig auf Ricky trifft, einen Freund aus dunkler Vergangenheit, die er lieber vergessen würde, bietet ihm dieser einen lukrativen Job an: Drogen und Waffen für Gangsterboss John zu schmuggeln. Zunächst scheint alles glatt zu laufen, doch Ricky hat ganz eigene Pläne und als zum ersten Mal Blut fließt, wird Cliff sich wünschen, niemals auf seinen Freund gehört zu haben.
Jetzt mal ehrlich. Ist diese Story nicht dünner als dünn? Ich habe mir den Film nur bestellt, weil er erstaunlich gute Bewertungen bei imdb hat und jetzt weiß ich auch warum.
Ansonsten macht man nämlich hier alles richtig. Das fängt schon beim sensationellen Soundtrack an, der genau an den richtigen Stellen einsetzt und sich perfekt zu den Bildern ergänzt.
Die Dialoge wissen zu gefallen und sind teilweise staubtrocken. Als größten Plus hat der Streifen allerdings seine Hauptdarsteller. Kit Harrington und Scoot Mc Nairy (SPEAK NO EVIL) liefern hier eine herausragende Leistung ab, während Josh Lucas mal wieder den überkanditelten Psychopathen mimt. Stephen Dorff hat jedoch nur einen 2 minütigen Cameo-Auftritt, weil er wohl jemandem einen Gefallen schuldig war.
Regisseur Rod Blackhurst ist ansonsten im, von mir durchaus geschätzten, Bereich des Kurzfilms unterwegs, zeigt aber eindrücklich, dass er auch längere Spielzeiten ausfüllen kann.
Was mir auch gefallen hast – in diesem Film gibt es NICHTS aber auch gar NICHTS positives. Gescheiterte Existenzen, Menschen die ums finanzielle Leben kämpfen, einsame Menschen und vor allem Mütter und Hoch-Kriminelle – sonst hat der Streifen keine Charaktere zu bieten, was dem ganzen eine düstere Grundstimmung verleiht.
Die Geschichte ist dann auch deutlich interessanter als es der Pressetext es hergibt, denn im Laufe des Films kommen einige Hintergründe und Abgründe des Protagonisten zu Tage, die zeigen, dass sein Leben eigentlich auch ganz schön beschissen war.
Unter dem Strich eine wirklich gelungene Mischung aus Drama und Noir-Thriller, mit exzellenten Darstellern und düsteren Bildern (auch wenn Harrington besser auf den bescheuerten Oberlippenbart verzichten sollte). Der jedoch fließt nicht in die Bewertung mit ein :o)