Hussa, da hat uns „Tele5“ aber mal wieder einen netten Gefallen getan, das ultimative Trashmonster von seinen Ketten zu befreien, nachdem ja letztjährig schon RTL2 den Vorgänger (oder Nachfolger?) „Das Schwert des Barbaren“ am Sonntag Mittag los ließ.
„Thron des Feuers“ heißt diese veritable F-Klasse-Gewächs aus der Barbaren-Ära des italienischen Filmniedergangs während der 80er Jahre und ist eine tolle Show, sobald man den Film mit seinen Kumpels Tequila und Wodka schaut.
Die kriegen dann aber auch ordentlich was zu sehen: im altbekannten Fantasyland ist nämlich der Teufel los, der hier aus der biblischen Höllenordnung entliehen wurde und Belial heißt. Der zeugt mal flugs Morak, damits einmal ein König wird.
Tjaja, aber weit gefehlt: die hiesige Monarchie hat nämlich eine Kindersicherung eingebaut, der Herr König residiert auf dem titelgebenden „Thron des Feuers“, der aus jedem, der mal ein Sitzpäuschen machen will und nicht königlichen Geblüts oder angeheirateter Mitarbeiter ist, einen knusprigen Dönerspieß macht. Das geschieht mittels vor und hinter dem Thron angebrachter Feuerdüsen, die ordentlich auf die Tube drücken, während der Schauspieler dazu ganz dolle schreien muß, als hätte er vier Tage keinen Stuhlgang gehabt.
Des weiteren knüppelt eine Prophezeiung ganz dicke rein, denn Morak kommt angeblich nur an sein Ziel, wenn er was Königliches ehelicht und am besten „am Tag der Nacht während des Tages“, was uns hilfreiche Deutschlehrer als Sonnenfinsternis erklären könnten, wären sie bei der geistreichen Formulierung nicht allesamt kollektiv von der nächsten Klippe gesprungen.
Der Bombenplan des Fieselings sieht dann so aus: er meuchelt die Lendenschurzwindsors bis auf eine: Prinzesschen Valkari, die derweil mit ihren besten Hippie-Kumpels in einem Strohhüttendorf rund um einen Jägerhochsitz residiert. Es muß warm da sein, denn sie trägt nur den Lendenschurz und eine Art Schnür-BH, der die Pracht aber kaum halten kann, über die auch noch eine güldene Mähne wallt. Das sind minimum zwei Gründe für diesen Film, denn Sabrina Siani hat noch jeden Barbarenfilm wenigstens mit ihren dicken Hupen geadelt, schade, dass diese Frau nach 1988 nicht mehr weiter gedreht hat.
So wird denn halt das Dörfle plattgemacht und abgefackelt, wo schon deutlich wird, dass die Produktionsstümper nicht mal einen ordentlichen Schwertkampf inszenieren können.
Alsbald sprengt dann auch endlich unser blonder Recke des Weges (zweifelt noch jemand daran, dass Morak schwarzhaarig mit Vollbart ist?), der namentlich Siegfried gerufen wird. Peter McCoy aka Pietro Torrisi kann alles, nur nicht sprechen oder den Gesichtsausdruck wechseln und Balletteur wird er wohl auch nicht mehr. Aber dicke Muckis und arisches Aussehen genügen ja zum Glück.
Der Rest des Films ist dann eine einzige Rettungsaktion, in deren Verlauf immer mal wieder einer (oder zwei) entkommt, um dann aber ganz schnell wieder gefangen zu werden.
Mein persönliches Highlight ist die Sequenz, in der Siegfried sich durch den Brunnen des Wahnsinns schlagen muß (ojojoj…), in dem er sich zu allerlei Bodennebel und schlecht getarnten Lavalampen mühsam eine Würgeschlange um den Hals legen muß, eine leere Ritterrüstung umwerfen darf und schließlich noch von einer überdimensionalen Gans verwirrt wird (kein Scheiß!). Nebenbei erscheint öfters mal ein schlecht bemalter Puppenkopf, der wohl einen geisterhaften Zombieschädel darstellen soll. Nix wie weg.
Ergänzend wird noch gefoltert und Siegfried mal unsichtbar gemacht (nur durch Feuer zu verwunden, hoho) und er kommt natürlich während der Sonnenfinsternis gerade rechtzeitig für ein kleines Barbequeue.
Das ist alles unheimlich dämlich, umständlich und zäh inszeniert, noch armseliger gespielt und hat neben saumäßigen Kostümen und hirnverbrannten Tricks auch noch die dööfsten Dialoge seit Harald Reinls „Die Nibelungen“. Anspieltipp sind für mich immer noch die zahlreichen Begegnungen zwischen Siegfried und Valkari, bei denen sie ihm stets misstraut (einmal hat er sie gerade befreit und sie will sich sofort einen Dolch in den Hals stoßen) , bis ihr dann stets aus unerfindlichen Gründen spontan das Höschen feucht wird.
Definitv der Film zum Vollrausch, da merkt man auch die Längen nicht so. (1/10)