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Anders als Katastrophen, die mehrheitlich auf technischem Versagen basieren, wie Flugzeugabstürze oder Schiffsuntergänge, offenbaren Naturkatastrophen jüngerer Tage, mit welch wuchtigem Ausmaß derartige Ereignisse wüten. Insofern ist den Machern um Nick Lyon und Peter Facinelli nicht vorzuwerfen, dass ihre Geschichte von wahren Begebenheiten inspiriert wurde.

Familie Laughlin (Peter Facinelli, Fiona Dourif und Asher Angel) lebt mit ihrem Vater (Lance Henriksen) in einem abgelegenen Waldgebiet in Kalifornien. Zunächst fühlt man sich noch sicher, als die Waldbrände jenseits der Schlucht wüten, doch als sich die Feuer unerwartet ausbreiten, überschlagen sich die Ereignisse…

Der Stoff versetzt das Publikum bereits in Alarmbereitschaft, als im Radio von weltweit verheerenden Waldbränden berichtet wird, während im Großraum Kalifornien erschwerende Windböen hinzukommen, welche den Verlauf unkontrolliert gestalten. Nach rascher Einführung der Familiensituation (Sie ist im 8. Monat schwanger, Großvater ein kranker, stoischer Knurrer) geht es schon bald um die Evakuierung und dem Entkommen aus der Flammenhölle.

Mit Blick aufs Ganze gibt es in einem Nebenhandlungsstrang den gelegentlichen Sprung zu Kayla (Ashlei Foushee), die in der 911-Zentrale am Telefon sitzt und aufgrund der unberechenbaren Ausbreitung der Feuer oftmals wenig ausrichten kann. Gleichermaßen dient jener Strang zur kleinen Atempause, während sich die Familie einem Spießroutenlauf aussetzen muss.

Das Szenario selbst ist weitgehend glaubwürdig gestaltet. Die Mischung aus bearbeitetem Archivmaterial und CGI funktioniert größtenteils, die Bedrohung in Form unzähliger Brände ist allgegenwärtig und nur selten treffen Individuen irrationale Entscheidungen. Trotz mangelnder Tiefe der Figuren ist ein Mitfiebern gegeben, was nicht zuletzt an der treffend besetzten und solide performenden Riege der wenigen Mimen liegt. Der Score punktet indes während der Temposzenen, wogegen er gegen Ende etwas zu dick aufträgt, was allerdings dem übertriebenen Pathos der finalen Minuten geschuldet ist.

Zwar verläuft das simple Konzept weitgehend überraschungsfrei, doch die stilsichere Inszenierung und das zumeist enorm hohe Tempo mit einiger Action steuert dem gekonnt entgegen, zumal der Abspann bereits nach 75 Minuten einsetzt. Insofern erhalten Genrefans einen recht tauglichen Beitrag, dem Budget bedingt die großen Schauwerte fehlen, der ansonsten jedoch vieles richtig macht und mit Kurzweil punktet.
7 von 10


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