Eigentlich ist Familien-Oberhaupt Dave Laughlin schon genug gebeutelt, denn seine Ehefrau Sarah ist im achten Monat schwanger und die Arzt-Rechnungen für seinen lungenkranken Vater George stapeln sich so allmählich bis unter die Decke. Da kommt es plötzlich in den Wäldern Kaliforniens zu einem gewaltigen Waldbrand, der sich rasent schnell ausbreitet und auch das Anwesen der Laughlins bedroht. So dauert es auch nicht lange, bis die Sicherheitskräfte die Gegend evakuieren lassen. Ein Fluchtversuch mit dem Auto kostet prompt Opa George das Leben und als sämtliche Bemühungen, das eigene Heim feuerfest zu machen ebenfalls nicht fruchten, bleibt Dave, Sarah und Teenie-Sohn Clay keine andere Wahl, als zu Fuß vor den Flammen Reißaus zu nehmen und sich irgendwie in Sicherheit zu bringen... Okay, dass "On Fire - Der Feuersturm" im Gegensatz zu solchen Katastrophenfilmen made in Hollywood wie "Dante's Peak" und "Volcano", wo gleich in einer Tour ganze Städte plattgemacht werden, mit seinem realistischen Waldbrand-Szenario sehr viel unspektakulärer geraten ist und fast schon in TV-Film-Manier daherkommt, ist nicht wirklich das Problem (auch wenn man sich nur schwer vorstellen kann, dass das hier allem Anschein nach tatsächlich in amerikanischen und britischen Kinos gelaufen ist), zumal die Angelegenheit sich ihres dünnen Inhalts wohl auch durchaus bewusst ist und dankenswerterweise den Abspann schon vor der 80-Minuten-Marke erreicht. Selbst die echt kurze Laufzeit gerät dann aber doch irgendwie zum Ausdauertest, wenn einerseits keine wirklich erzählenswerte Handlung außer "Familie flieht 'ne Stunde lang vorm Feuer" vorhanden ist und man andererseits den Eindruck hat, dass mit ein bisschen "heißer" Action ein christliches Message-Movie übertüncht werden sollte... und auch wenn sich die unterschwelligen Botschaften da niemals in der Manier vergleichbarer faith-based Filmchen in den Vordergrund drängeln, so befürchtet man da doch während des Ansehens, dass da jederzeit der übliche Sermon vom Stapel gelassen werden könnte, was einem den Spaß an der Sache doch so ein kleines bisschen verleidet. Zumindest ich kann auf sowas nämlich gut verzichten... und es ist ja auch wirklich nicht so, dass man viel verpassen würde, wenn man den hier auslässt: Die Effekte aus dem PC sind da ungefähr auf dem Stand von 2002, die Geschichte an sich aber nicht mal auf dem von 1972 und der generierte Unterhaltungswert mal gelinde gesagt eher mäßig. Hauptdarsteller Peter Facinelli ist da für den kurz vor Ende der Dreharbeiten an COVID19 erkrankten "Species IV"-Regisseur Nick Lyon (der seitdem auch oft bei The Asylum in Lohn und Brot steht und dort Meisterwerke wie "Titanic 666" runterkurbelt) eingesprungen, so dass man nicht mehr wirklich sagen kann, auf wessen Kappe da das satt mit Schmalz verkleisterte Ende geht oder ob das vielleicht sogar von vornherein so beabsichtigt gewesen ist. Nun ja, zumindest ist es aber schön zu sehen, dass dem alten B-Film-Veteran Lance Henriksen, der hier den knorrigen Opa zum Besten gibt, immer noch Rollen zugeschanzt werden, auch wenn dieser sich leider doch schnell aus dem Film verabschiedet...
4/10