Die Teenagerin Savannah schaut aus dem Fenster und bemerkt, dass eine unheimliche Gestalt mit einem Sack über dem Kopf auf dem Rasen vor ihrem Haus herumlungert. Während eines Telefonats erhält Savannah von ihrem Vater anschließend die Anweisung, den besagten Fremden keinesfalls aus den Augen zu lassen und ihn permanent im Blick zu behalten. Und tatsächlich scheint sich das Sackgesicht immer nur dann vorwärts zu bewegen, wenn man nicht hinsieht... Wie ein Proof of Concept für einen jener gängigen Horror-Streifen vom Schlage eines "It Follows" oder "Smile - Siehst du es auch?" wirkt Christopher Cox' kleines Shortmovie "Don't Look Away", das in knappen acht Minuten sowohl eine wie mitten aus einer längeren Handlung gegriffene Teenager-in-Angst-Situation als auch den Modus Operandi seiner übernatürlichen Bedrohung umreißt. Irgendwelche Erklärungen werden dabei natürlich nicht geliefert, aber trotzdem reicht das Gezeigte allemal aus, um einen solchen Kurzfilm mit Inhalt zu füllen, zumal Cox auch inszenatorisch fit ist und die Home Made-Herkunft des Ganzen hier nicht arg ins Gewicht fällt. Die Darsteller sind passabel und auf den Einsatz von Spezial-Effekten wird eh fast vollkommen verzichtet, mal abgesehen von einem recht gut aussehenden Verschwinde-Swoosh aus der After-Effects-Post-Pro. Inhaltliche Substanz bringt "Don't Look Away" ergo nicht auf die Reihe, als kleine Genre-Fingerübung seines Machers ist das Filmchen aber mehr als nur okay und allemal besser als das, was dabei rauskommt, wenn irgendwelche zugedröhnten Teenies zur Ketchup-Flasche greifen und übers Wochenende ihre Splatter-Späßchen mit dem Camcorder abfilmen.
5/10