Die Übergabe der Stadt nach China steht bevor. Marcus Ray und sein Partner sind als Verkäufer der `V Six`-Jeans-Sorte bekannt und verdienen ganz gut! Doch dass jemand illegale Jeans herstellt, wissen beide nicht und geraten so zwischen die Fronten der CIA, der russischen Killer und der HKer Polizei.
Nach Double Team entstand binnen Jahresfrist schon die zweite Zusammenarbeit zwischen Tsui Hark und Jean Claude Van Damme. Wie so oft bei Hong Kong Produktionen gibt es auch hier die standardmäßigen Stärken und Schwächen, wie sie auch bei Jackie Chan schon auftraten.
Allein schon die Story ist ein Ausbund von Doofheit, der nur mit verschärftem Sake Genuß zu rechtfertigen ist. Irgendwelche Russen schmuggeln Nanobomben als Jeansnieten getarnt in die USA ein, um die Regierung zu erpressen, bei Zündung ganze Jeanshosengeneration zum Explodieren zu bringen. Der Plan ist allerdings nicht nur bescheuert, er ist dem Scripter auch so wichtig ihn überhaupt erst 10 Minuten vor Schluß dem bisher ratlosen Zuschauer zu enthüllen. Dazu mischt sich dann noch die CIA und die chinesische Mafia mit ein, auf das nun gar niemand mehr durchblickt, wer denn gerade wen hintergeht oder mit wem paktiert. Personen werden kurz vorgestellt und verschwinden wieder, irgendein HK Police Mensch hoppelt sporadisch durch Handlung ohne das wir je erfahren warum, am besten ist wirklich gar nicht darüber nachzudenken; Hirn ausschalten, Mund auf Sabbermodus umstellen und nur den Visual Mode zu aktivieren.
Denn das die Action stimmt, dafür hat man jedenfalls den richtigen Regisseur engagiert. Tsui Hark setzt dabei auf drei große und lange Actionsequenzen. Zunächst gibt es ein Rikscharennen mit Van Damme als Galopper, dann ein Massenfight auf einem Gemüsemarkt und natürlich das große Final auf einem alten Frachter. Zwischendrin droht die Action zwar manchmal leicht einzuschlafen, wenn einige nicht wirklich wichtige Dialogpassagen durchexerziert werden. Aber wehe wenn sie losgelassen werde. Dazu gibts noch ne ganze Reihe Kameraspielchen, Geballer und Martial Arts, da ist alles dabei. Nur die komischen Explosionen wirken eher peinsam mit ihrem Grünschimmer und sind sichtlich aufkopiert.
Der Humor ist wenigstens noch einigermaßen zu ertragen, aber mit der Tendenz nach unten, wenn JCVD aus voller Kehle irgendwelche China-Popsongs im Auto mitsingt, wirkt das maximal so glaubwürdig, wie der 1 FC Köln als Meisterschaftsfavorit. Als absolute Nervenfolter erweist sich leider die Partnerfigur Rays, die von Rob Schneider mit derartiger Penetranz und Unlustigkeit verkörpert wird, das Galle in Wallung kommt. Wenn man alle Kriterien zusammennimmt bleibt immer noch guter Durchschnitt über, aber aus der Kombi guter Regisseur und erfahrener Ationheld wär doch mehr drin gewesen.
6/10