Drei skrupellose Gangster überfallen eine alte Frau in ihrem abgelegenen Haus, auf der Suche nach dem Geld, das sie angeblich irgendwo versteckt horten soll. Das Trio findet kein Geld, aber eine alte Kiste, in der sich eine Lampe befindet. Wenig später liegen in und ums Haus vier Leichen verstreut. Die Lampe landet in einem Museum bei Dr. Wallace (James Huston), dessen Verhältnis zu seiner Tochter Alex (Andra St. Ivanyi) ziemlich gespannt ist. So haut Alex in ihrem Zorn auch mal ein "I wish you are dead" raus. Und wie wir alle spätestens seit dem Wishmaster wissen: Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünscht. Es könnte in Erfüllung gehen.
Von wegen bezaubernde Jeannie! Der Dämon in Tom Daleys The Outing ist zwar ein Dschinn, aber bezaubernd ist an dieser häßlichen, mordlüsternen Kreatur rein gar nichts. Er bleibt lange im Verborgenen, beeinflußt seine Opfer, tötet so geschickt wie kreativ. Und die diversen Kills, die in der alten deutschen Videofassung - obwohl nicht übermäßig gorig - fast allesamt stark zensiert wurden, sind auch die Highlights dieses in Texas entstandenen Monsterschockers aus den guten alten Achtzigern. Jemand schwebt Gesicht voraus in einen Ventilator , eine Eisenmaske zerquetscht langsam einen Kopf und dreht ihn zum Drüberstreuen noch um 180 Grad, eine alte Mumie erwacht zum Leben und erweist sich als ausgesprochen hungrig, ein Typ wird zweigeteilt, und im besten weil intensivsten Set-Piece des Streifens wird eine badende Teenagerin von Schlangen attackiert und zu Tode gebissen.
Die schauspielerischen Leistungen sind in Ordnung. Andra St. Ivanyi in der Hauptrolle ist zwar keine wirkliche Schönheit, aber sie hat Charisma und agiert recht glaubwürdig. Leider hat sie weder davor noch danach jemals wieder einen Film gedreht. Herausragend ist Mike Daley als Alex' Ex-Freund, der sein Method Acting entschieden zu weit trieb. Er mimt nicht nur das psychopathische Arschloch verdammt gut, sondern hat auch bei der kurzen aber heftigen (und ziemlich unnötigen) Vergewaltigungsszene eine Erektion, wie in einer Einstellung kurz zu sehen ist. Was sich wohl seine Schauspielkollegin da gedacht hat? Sowohl der Dschinn als auch die restlichen Effekte sind gut gelungen, was kaum verwundert, da mehr als zwanzig Effektkünstler (u. a. Gabriel Bartalos) mitwirkten.
Insgesamt ist The Outing ein netter Horrorfilm, der stark beginnt, danach für einige Zeit eher spannungslos dahin dümpelt, bis er im letzten Drittel alle Scheu ablegt und den Dschinn einfallsreich, blutig und höchst effektiv durch die Cast metzeln läßt. Daß die hassenswerteste Figur viel zu leicht abnibbelt, ist ein Schönheitsfehler, der mit zwei, drei Paar Titten, dem tollen Museums-Setting und einigen stimmungsvollen Sequenzen wieder wettgemacht wird. The Outing ist Tom Daleys einziger Film als Regisseur. Auch wenn er alles andere als perfekt ist, so merkt man doch, daß er mit Leidenschaft und Engagement entstanden ist. Und das macht The Outing für Fans von 80er-Jahre-Monster-Horror unverzichtbar.