Review
von Leimbacher-Mario
Drissmaster
Dämonen gibt es im Horrorgenre wie Sand am Meer. Doch böse Genies bzw. Djinns gar nicht mal allzu viele. Aus der klassischen „Wunderlampe“ noch viel weniger. In diesem günstig produzierten, eher unbekannten „Wishmaster“-Vorläufer passiert jedoch genau das, wenn ein jahrtausendealter, teuflischer Flaschengeist einige Jugendliche in einem Museum terrorisiert und eine blutige Spur der Verwüstung nach sich zieht... „The Lamp“ aka „The Outing“ (?) profitiert mit Sicherheit von Nostalgie und schaurig-schön-schockierenden Kindheitserinnerungen. Welcher Film tut das nicht. Doch hier ist es meiner Meinung nach besonders heftig. Denn hinter dem eher unschuldigen Titel, der käsigen Grundidee und dem jugendlichen Poster, könnte man fast Einsteigergrusel ala „Goosebumps“ oder „The Witches“ erwarten - doch dem ist eher nicht so, es geht ruppig zur Sache und deshalb ist die Wahrscheinlichkeit höher als sonst, dass ihn wohl einige (spätere Horrorfans?!) als Kiddies etwas zu früh „aufgeschnappt“ haben könnten. Andererseits hat er sich recht rar gemacht und war lange Zeit nur übers Ausland erhältlich und auch kein wirklicher Stammgast im TV (wenn dann nur geschnitten), was wiederum seinen geringen Bekanntheitsgrad erklärt...
Zurück zum Wichtigsten, dem Film. Taugt der „Wishmaster“-Ahn etwas? Ist diese Nacht im Museum eher Alptraum oder Lachnummer? Die Wahrheit liegt wie so oft meiner Meinung nach in der Mitte. Zumindest wenn man nicht allzu oft den Vergleich zur genannten Wes Craven-Produktion heranzieht und so die Erwartungen tief hält. Ansonsten tut der Aufschlag zu weh. Denn „The Lamp“ spielt Ligen unter ihm und ist eigentlich nur maximal als kalorienarme Halloween-Zwischenmahlzeit brauchbar. Für sich genommen und vor allem für 80er-Horrorfans aber alles andere als schäbig. Die Grundidee ist wie gesagt schön „klassisch“ und cheesy, einige Kills haben Schmackes, der Bodycount steigt mal ganz locker in den zweistelligen Bereich und es gibt einen wirklichen fiesen psychopathischen „Jugendlichen“. Außerdem versprüht das Museum als hauptsächlicher Handlungsort reichlich Atmosphäre. Leider gehen die Figuren gerade so als Schablonen durch, wenn der Djinn sich final zeigt, sorgt das eher für Lacher als für Schrecken und es dauert gefühlt ewig, viel zu viel Introstoff und Vorgeschichte, bevor es den (einem eh weitestgehend egalen) Hauptfiguren an den Kragen geht. Die Auflösung bzw. das Bezwingen des Monsters ist zudem absolut der simpelste und einfallsloseste Ausweg, den man wählen konnte. Insgesamt konnte die Produktion für mich nie ganz das Gefühl eines Schnellschuss' abstreifen. Und „Wishmaster“ zeigte dann ein paar Jahre später einfach, wie diese Prämisse richtig ausgekostet wird. Das hier ist im besten Fall Warm-Up.
Fazit: billiger „Wishmaster“-Abklatsch? Oder dessen überraschend einflussreicher und unterhaltsamer Vater?! „The Lamp“ ist 80er-Monster-Horror, bei dem das cheesy Feeling und die saftigen Kills passen. Der Rest ist so lala. Streng genommen sogar eher so naja.