Review

Gesamtbesprechung

Im Auftrag der Polizei von Los Angeles arbeitet Dr. Quincy als Gerichtsmediziner. Der erste Eindruck der Todesursache kann täuschen, und weil Quincy neugierig ist, stellt er eigene Ermittlungen an und klärt so immer wieder, trotz vermeintlich natürlicher Todesursachen, Mordfälle auf. Er lässt nicht locker, hakt nach und lässt sich nicht von gezielt gelegten falschen Fährten irritieren.

Seit der genialen Serie the odd Couple (auf deutsch: Männerwirtschaft), in der er den lotterlichen aber liebenswerten Felix Ungar zusammen mit Tony Randall spielt, hat Schauspieler Jack Klugman bei mir so eine Art Stein im Brett. Die Rolle als Medical Examiner ist zwar weit weg von einer Sitcom, aber oft genug blinzelt der typische Humor durch und die Serie ist ja mehr oder weniger ein One Man Show von Klugman, so daß er genügend Gelegenheiten hat, trotz einer neuen Leiche jede Folge, seine Art hier mit einzubringen. Insgesamt liefen 145 Episoden über 8 Staffeln verteilt auf die Jahre 1976-83.
Der Charakter der Quincy ist dabei eher schrullig geraten, wenn bei der Gerichtsmedizinischen Untersuchung auch nur die klitzigste Kleinigkeit auftaucht, die nicht zu den Eintragungen der kolportierten Todesursache in der Sterbeurkunde paßt, setzten bei ihm Detetktivgene ein und er ermittelt umfangreich auf eigene Faust und wehe dabei kommt jemand seinem Sturkopf in Quere.
Die ärmsten Schweine (so wie Quincy mit ihnen umspringt und seine Kompetenzen "minimalst" nicht nur überschreitet, sodern regelrecht pulverisiert) sind dabei sein Chef und die beiden Cops Monahan und Brill, die ihn üblicherweise mit "Kundschaft" versorgen, die zwar logisch gegen das Bauchgefühl des Mediziners argumentieren können, aber seinem Bauchgefühl stets nachgeben müssen. Klar das Quincy letzten Endes immer Recht, wenn er eine Vergiftung vermutet oder Zweifel an einem Selbstmord hat, aber fallspezifisch unterschiedliche Ansichten sorgen schonmal für Zoff und ein paar lustige Dialoge.
Für die damalige Zeit war es noch neu Kriminalfälle aus Gerichtsmedizinischer Sicht aufzurollen und so konnten die Drehbuchautoren sozusagen noch aus dem vollen schöpfen und meistens recht pfiffige Geschichten erfinden. Quincy dürfte dabei auch gleichzeitig Wegbereiter für ähnlich aufgebaute Serien wie beispielsweise CSI und ähnliche gewesen sein. Seltsam ist auch das ähnlich wie bei Columbo um seinen Vornamen, der nie genannt, so ein Hickhack gemacht wird, muß wohl in den 60er - 70er ne Art Modeerscheinung gewesen sein. Wenn die Serie mal im Fernsehen läuft schau ich immer ganz gerne wieder rein, aber die große Staffelbox würde ich mir jetzt nicht anschaffen. Für eine einfach Reihe um einen gerechtigkeitsfanatisierenden Leichendoktor aber eine recht gute Serie.
7/10

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