Review

Du bist die letzte Bastion gegen das Böse

„It's a Wonderful Knife“ verkneift und verschleiert seine Inspirationen und Überraschungen nicht - vielleicht ist das zu viel Selbstvertrauen? Vielleicht funktioniert er doch nicht ganz so gut, wie er es selbst von sich meint? Was bleibt ist ein eher zahmer Weihnachtsslasher und ein wenig die „Thanksgiving“-Version zum Feste, die auch ein gutes Doppel mit dem Zeitschleifen-Slasher „Totally Killer“ bildet. Insgesamt kein schlechtes Jahr für das Subgenre. „It's a Wonderful Knife“ reißt aber als Abschluss sicher keine Bäume aus als leichte Satire und leichter Slasher zugleich. Es geht um ein Mädchen, das an Weihnachten einen fiesen Mörder stoppt und ihrer scheinheiligen Kleinstadt so nicht nur das Fest, sondern auch etliche weitere Opfer rettet. Blöd nur, dass im Jahr darauf nach einem Streit mit ihrer seltsamen Familie sie und alle ihre Lebenstaten scheinbar wie von Geisterhand ausradiert werden, was natürlich auch den maskierten Killer wiederbelebt bzw. die komplette Geschichte der Kleinstadt verändert…

Von den Machern von „Tragedy Girls“ und „Patchwork“ hatte ich ehrlich gesagt mehr erwartet. Viel mehr. Klar, mit einem Weihnachtsslasher kriegt man mich immer. In Teilen. Dafür muss man kein genialer Film sein. Aber hier war wohl eher die Prämisse und das Wortspiel Vater der Gedanken. „It's a Wonderful Knife“ nutzt seine Möglichkeiten wenn überhaupt leider nur sehr sporadisch. Gerade gegen Ende werden etliche Ansatzpunkte komplett links liegen gelassen und es wird faul zum Happy End gespurtet. Der/Die Killer sehen nett aus, wie messerscharfe Schneeflocken könnte man meinen. Dazu ist unsere hauptsächliche Heldin ganz süß, in ein paar Szenen ist zumindest Blut zu sehen und das weihnachtliche Vorstadtsetting klingelt und knuspert gemütlich. Doch die meiste Zeit fehlen arg Tempo, Härte und Originalität, sodass lediglich ein basic Einsteigerslasher übrig bleibt, der Kenner nur müde Gähnen lässt wie der dritte Cognac an Heiligabend. Schlecht nicht. Aber gerade im Vergleich zu seinem Namensvetter oder dem anderen diesjährigen Feiertagsslasher von Eli Roth sieht „It's a Wonderful Knife“ leider keine Geschenke. 

Fazit: ungefährlicher und etwas zu simpler Xmas-Slasher, der zwar Klassikern, dem Heiligen Abend und seinem Subgenre die Ehre erweist, insgesamt aber etwas uninspiriert und nicht gerade smart wirkt. Für eine festliche Schlitzerei mit „Was wäre wenn?“-Gedanke reicht's. Jedoch eher Lückenfüller. 

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