Eines der spannendsten Klassiker seines Genres und leider auch schon fast in Vergessenheit geraten ist "when a stranger calls". Einige gespaltene Meinungen gibt es über diesen Film, beispielsweise über den Mittelteil der überwiegend als "LÄNGE" bezeichnet wurde. Vor allem aber wurde der unvergessliche Anfang gelobt der von vielen als der Höhepunkt des Films angesehen wird. Was die Spannung angeht mag das zwar stimmen aber der Film hat auch noch mehr zu bieten. Hierbei handelt es sich nicht um einen Slashermovie sondern um einen unterschätzten Psychothriller. Während man mit Gänsehaut den atmosphärischen und spannenden Anfang entgegentritt baut der Film nach diesem Eröffnungsteil das Profil des Killers auf. Er ist nicht der übliche Schlitzer den man nur im Dunkeln versteckt sieht und weiterhin sonst nichts erfährt außer das er böse ist. Man erfährt was für ein Mann er ist. Ängstlich, unsicher, schwach und gebrochen. Der Film will ab dieser Stelle zeigen wie Duncan versucht sozialen Kontakt zu einer Frau zu finden, es aber nicht schafft und es nicht akzeptieren kann. Höhepunkt dieser Ebene des Films ist der Teil an dem Duncan nackt vor einem Spiegel steht und sein Spiegelbild betrachtet. Seine Vergangenheit spiegelt sich in diesem Moment wieder (was in sehr kurzen aber wirkungsvollen Bildern gezeigt wird) und er bricht zusammen. Ich würde nicht sagen, dass dieser Teil des Films eine Flaute ist. Gewiss sind die spannendsten Momente der Anfang und das Ende aber in der Mitte lässt der Film eben seinen Freiraum um ein wenig über die Figur zu erzählen.
Dies wirkt sich auch vorteilig auf das Ende aus denn da wird (nach dem der Zuschauer erstmal ein wenig Erholung vom Anfang gewonnen hat) wieder der Spannungsbogen gezogen. Besonders bemerkenswert ist auch die Musik von Dana Kaproff. Keine actionlastige, sondern eher überaus subtile Musik. Die Atmosphäre wird durch sie so wunderbar aufgebaut das man schon allein vom zuhören eine Gänsehaut bekommt. Dieser Film ist ein Klassiker aber leider auch ein Film dessen Bekanntheitsgrad zu Wünschen übrig lässt.