Review

Jetzt haben wir aber wirklich alle Feier- oder Gedenktage durch, bis vielleicht auf Maria Eisprung und Weltspartag, um sie als Anlass für eine geplegte Studentenmetzelei zu nehmen. Denn hiermit hat sich jetzt auch noch der 1.April erledigt, Scherz laß nach, der schon 1986 in "Die Horrorparty" zu Ehren kam, auch wenn das Angedenken nur beim Originaltitel mitzubekommen ist ("April Fools Day").

Yo, was macht diesen Streifen nun gegenüber allen übrigen Slashern (deren Welle aber spätestens 1983 schon ausgelaufen war) ansehbar?
Die Handlung ist es bestimmt nicht: wieder mal machen sich eine Gruppe buntgemischter Blondschopfe auf die Fähre, um ein Geburtstagswochenend auf einer einsamen Insel ohne Infrastruktur und Festlandsverbindung abzufeten und zwar bei Buffy, nee, Muffy (obwohl, eine Buffy solls da auch geben...), die ihren Vater mal eben in Urlaub geschickt hat.
Was da anreist, deckt die Palette komplett ab, vor betreffend der Bereitschaft zum schnellen und willigen Sex. Wir haben aber auch einen Engagierten, ein Mäuschen, ein glückliches Paar und (man glaubt es nicht!) einen Scherzbold. Ergo fliegen schon auf dem Schiff die Pointen vom offenen Reißverschluß, eine gefakte Messernummer läßt uns noch mal aufwachen und kurz darauf kommt Buck zwischen Schiff und Landesteg, weswegen sein Gesicht fortan bematscht aussieht und das letzte Boot damit flöten geht.

Was dann folgt, ist einerseits den "10 Little Niggers" entliehen und andererseits hundertmal erprobt. Selbstverfreilich ist Scherzie der Erste, dem sich zwei düstere Hände im Bootshaus auf die Schultern legen. Alsbald tauchen dann immer mal wieder Leichen auf und verschwinden verschiedene Anwesende, während Muffy zunehmend geistesabwesend bis geistesgestört agiert, dabei aber immer ihre gute Laune verliert.

Mal anders als sonst, ist in diesem Fall lediglich die Schlußpointe, die man aber ebenfalls schon kommen sehen kann, wenn man nicht nur an Bierflaschen rumschraubt. Denn der Film legt schlicht und ergreifend zu viele falsche Fährten aus, macht zu viele verdächtig, präsentiert immer neue rote Heringe, greift die dann aber nie wieder auf, weil über weite Strecken einfach eine zentrale Hauptfigur fehlt. Drängt sich mal einer nach vorn, verschwindet er auch gleich wieder. Das macht die Handlung leider sehr schwammig und episodenhaft.

Das ist schade, denn technisch ist der Film durchaus auf der Höhe, hat ein gutes Bild, ist visuell einfallsreich und bis auf die fade Musik auch ohne Mängel. Da kommen sogar die Schauspieler nicht mit, die sehr beliebig ausfallen, obwohl sich unter ihnen Ken Olandt, Amy Steel ("Friday 13th") und Thomas F.Wilson ("Biff" aus "Back to the Future") tummeln. Die fade deutsche Synchro tut ihr übriges, um da nicht große Qualität aufkommen lassen.
Trotzdem konnte ich mich einer gewissen Interesselosigkeit mit zunehmender Filmdauer nicht erwehren, weil der Film sich so entwickelt, als würde man in einem dunklen Raum etwas auf dem Teppich ertasten wollen, ohne es je zu schaffen. Technisch okay, spielerisch mau, dramaturgisch leider öde. Below average, boys and girls! (4/10)

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