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Angeschaut habe ich mir diesen kleinen Film aus deutscher Produktion eigentlich nur wegen den beiden Darstellern. Michael Weston spielte eine kleine aber feine wiederkehrende Nebenrolle im Law & Order Franchise und A.J. Buckley spielte meine Lieblingsfigur in S.E.A.L Team. Ich war positiv überrascht, gibt doch die Story des Films im Grunde wenig her. Dennoch hat man hier das Optimale herausgeholt und einen handwerklich top gemachten, visuell gut gedrehten Film abgeliefert, den man auch problemlos hätte im Kino zeigen können, anstatt in bei Billig-Label Tiberius Film unterzubringen.

Michael Weston spielt einen Typ, der im Wald an einen Baum gefesselt aufwacht. Alle Versuche, sich zu befreien, schlagen fehl, zur Einsamkeit und Hunger und Durst  kommen Halluzinationen, die immer mit der Erkenntnis enden, allein zu sein. Dann taucht ein anderer Typ auf (Buckley), der vor seinen Augen zeltet, schläft, isst und trinkt und ihn langsam in ein paar Gespräche verwickelt. Schon bald wird klar, dass dies eine Bestrafungsaktion ist und die Fesselung bestehen bleiben wird. Der Gefesselte beichtet ein paar seiner Fehler in der Vergangenheit, aber warum er nun hier ist, darauf kommt er nicht. Am Ende des Films wird dann gezeigt, was die große Schuld des Mannes ist und warum er auf diese Weise gepeinigt wird.

Dieses Ende hat mir sehr gut gefallen und ich würde mir manchmal wünschen, genau dies mit dieser Sorte Mensch auch zu tun. Und so kommt es am Ende auch zu einer Rollenumkehr, der vermeintlich Gute ist der Böse und umgekehrt.

Aber auch neben der gelungenen inhaltlichen Botschaft, ist dieser Film wirklich gut gedreht. Viele Naturaufnahmen, tolle Geräuschkulisse und superb von den beiden Darstellern gespielt. Obwohl ja nicht viel passiert, fesselt dieses kleine Wald-Kammerspiel bis zur letzten Sekunde. 

Ein wirklich guter und gelungener B-Film.


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