Argentinisches Horrorkino hebt sich häufig durch seine Eigenwilligkeit von US-Amerikanischen Pendants ab. Trotz dieses Merkmals ist es Regisseur Fabián Forte jedoch noch nicht gelungen, mit seinen Werken einen überzeugenden Eindruck zu hinterlassen, was ihm mit vorliegender Mischung aus Fantasy und Horror weiterhin schwer fallen dürfte.
Die fast 18jährige Mara hat sich gegenüber ihren Eltern abgeschottet und erhält eines Abends eine ominöse Box, welche Handschuhe und eine Virtual Reality Brille enthält. Hiermit kann sie in ein Hexenspiel eintauchen und magische Kräfte erlangen. Als ihre kleine Schwester Sophia spurlos verschwindet, muss sie in eine Parallelwelt eintauchen und sie mit Unterstützung von drei Magiern befreien…
Die Angelegenheit bindet etwas Coming-of-Age genauso ein wie eine Art Rollenspiel und Elemente des Horrors, da zumindest eine dämonische Gestalt mitmischt. Ein Sympathieträger lässt sich allerdings nicht ausmachen, da Mara nur patzig auf ihre Umwelt reagiert und ihrem Umfeld das notwendige Einfühlungsvermögen fehlt, um auf die Rebellin einzuwirken. Auch nicht viel besser ist es um die drei Magier, zwei Hexen und einen Geck bestellt, die der jungen Dame im Verlauf zureden.
Mit Eintauchen in die Parallelwelt befindet sich Mara in einer Art Schloss, von dem allerdings allenfalls zwei Räume betreten werden. Sie erlernt einige Bannsprüche und kleine Rituale, doch das stetige Widerholen selbiger ermüdet mit der Zeit zunehmend, zumal der Dämon lange Zeit nur anklopft, anstatt mal aktiv zu werden. Entsprechend kommt wenig Spannung auf, was sich erst mit den finalen zehn Minuten wandelt, da hier auf ein Minimum an Action gesetzt wird und mit der Pointe noch etwas vom bis dato eher schwachen Gesamtbild gerettet wird.
Darstellerisch wird eher mäßig bis schwach geliefert, wogegen die minimale Ausstattung hinsichtlich Kostüme und Requisiten passabel ausfällt. Auch der Score ist um voluminöse Parts bemüht, während der Dämon zwar nicht sonderlich kreativ, aber immerhin zweckdienlich gestaltet wurde. Die wenigen Spezialeffekte gehen ansonsten in Ordnung und minimale Gewalteinlagen in Form einiger Stiche und Kehlenschnitt fallen ebenfalls ansehnlich aus.
Trotz der nur 86 Minuten Laufzeit fällt der Mittelteil aufgrund einiger Widerholungen und der ausbleibenden Bedrohung von außen reichlich dürftig aus, das Mitfiebern hält sich merklich in Grenzen und erst das Finale kaschiert noch ein wenig vom mauen Vorlauf.
So gelingt Fabián Forte zwar einmal mehr ein Beitrag, der sich von der breiten Masse ein wenig abhebt, aber gleichermaßen mangelt es an Spannung und dramaturgischen Spitzen, um über den Durchschnitt hinauszuragen.
5,5 von 10