Das kleine Phänomen ergibt sich ab einer Gästezahl von etwa 20 Leuten, wenn ein Paar jeweilige Freunde und Arbeitskollegen zur Party lädt und am Ende mindestens ein Gast völlig unbekannt erscheint, weil ihn offenbar niemand eingeladen hat. Bei einer unübersichtlichen Sause kommt so etwas natürlich häufiger vor, während es im eher intimen Rahmen ein Risiko birgt, - vorausgesetzt, der Fremde verfolgt finstere Pläne.
Hollywood Hills: Adam und Margo haben endlich ihr Eigenheim in glanzvoller Umgebung bezogen und feiern eine Einweihungsparty. Am Ende des Abends bleibt ein ihnen unbekanntes Paar übrig, welches sich als Tom und Sasha vorstellt, - ihre Nachbarn, wie sie behaupten. Doch im Zuge des verlängerten Abends kommen ihnen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Fremden…
Autor und Regisseur Duncan Birmingham konzentriert sich im Hauptteil um ein Kammerspiel mit einem Haus und zwei Paaren. Aufgrund der Umgebung nutzt er die entsprechenden Klischees, um oberflächlich gestrickte Yuppies in den Fokus zu rücken, die entsprechend null Sympathie einheimsen. Zwar werden jene Attribute zeitweilig genutzt, um leichten Zynismus einfließen zu lassen, doch der reicht allenfalls für ein leichtes Schmunzeln.
Ein kleiner Nebenhandlungsstrang um eine verwirrte Nanny, die mitten in der Nacht aus fadenscheinigen Gründen durch die Gegend irrt, wirkt arg konstruiert, während die Party zwar mit leicht bedrohlich anmutender Grundnote fortgesetzt wird, jedoch lange Zeit rein gar keine bedrohlichen Züge annimmt. Kennt man entsprechende Beiträge aus dem Bereich Home Invasion wird man in Sachen Manipulation und Entlarvung zu keiner Zeit überrascht, zumal jene Spielchen zu keiner Zeit an die Substanz gehen.
Wartet man nach rund einer Stunde entsprechend sehnsüchtig auf eine sich anbahnende Eskalation, entpuppen sich die darauf folgenden Minuten als kleines Strohfeuer mit anschließendem Rohrkrepierer. Die minimal bittere Pointe kaschiert nicht, wie wenig an dramaturgischem Feinschliff investiert wurde. Kurzum: Das Finale enttäuscht auf ganzer Ebene.
Insofern rettet das ansonsten saubere Handwerk und die vier passablen Performances der Mimen nicht mehr viel, da die Geschichte kaum von gängigen Konventionen abweicht und allenfalls Spannung auf Sparflamme liefert. Der Humor kommt deutlich zu kurz und vor allem mangelt es am garstigen Beigeschmack, der hier dringend notwendig gewesen wäre, um sich von der Menge abzuheben.
4,5 von 10