Review

Bedenkt man den guten Ruf, der diesem Film vorauseilt, ist es schon bemerkenswert, was für ein uninspirierter Schinken sich dahinter verbirgt.

Eine Banditenbande bescheißt einen Einzelgänger um seinen Anteil an einem Goldraub und wird daraufhin von diesem ausgerottet.
Viel mehr Handlung gibt es nicht. Aber ein simpler Plot und eine preiswerte Inszenierung müssen keineswegs minderwertige Qualität zur Folge haben. Regisseur Vanzi bemüht sich nach Kräften, dem Italo-Western-Publikum genau das zu geben, wonach es verlangt. Er entwirft ein nihilistisches Szenario, eine Welt ohne Moral, dreckig, brutal, bleihaltig, wortkarg (selbst bei Leone wird mehr gesprochen).

Das klingt gut, ist es aber nicht. Es fehlt an Originalität, sowohl formal wie inhaltlich. Wieder und wieder wird minutenlang herumgeschlichen und gelauert, Filmzeit wird gestreckt ohne nennenswerte Handlungsfüllsel, dazu tönt ein ordentlicher aber auch arg repitiver Score.
Unter den Protagonisten befindet sich kein einziger, der dem Zuschauer einen emotionalen Zugang (in welcher Form auch immer) ermöglichen würde.
Selbst unter rein formalen Gesichtspunkten ist Vanzis Inszenierung höchst unspektakulär, und man muß sich fragen, was Leute wie Carnimeo oder Castellari aus dem minimalistischen Drehbuch herausgeholt hätten.
Daß Vanzi durchaus Talent besitzt, bewieß er mit zwei Quasi-Fortsetzungen, bei denen vieles richtig gemacht wird, was hier noch zu lähmender Langeweile führt.

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