Wenn eine Gruppe von Teenagern ein düsteres Geheimnis hütet, jemand aber doch von diesem weiß und sie daraufhin schonungslos konfrontiert, könnte es sich um einen Ableger von „Man riecht noch immer, was ihr letzten Sommer gegrillt habt“ handeln. Leider minimiert Regisseur Alex Herron die Zahl der potenziellen Opfer auf gerade mal drei Personen.
Nach der Beisetzung ihrer Freundin Ali zieht es die Freunde Tilly, Peter und Monica in ein einsam gelegenes Haus, um die Trauer über den tödlichen Autounfall zu verarbeiten. Doch es mehren sich Anzeichen, dass sie hier nicht allein sind…
Gerne wird beim Prolog eine Szene verwendet, auf die im späteren Verlauf angeknüpft wird. So befindet sich Tilly in Bedrängnis, als ein maskierter Typ auf sie zuschreitet, wonach das Geschehen um einige Tage zurückgedreht wird. Hierdurch wird vorab deutlich, es mit einem Gegner aus Fleisch und Blut zu tun zu haben, anstatt sich die Möglichkeit paranormaler Einflüsse zu bewahren, die hinsichtlich des Titels ebenfalls denkbar gewesen wären.
Stattdessen verstrickt sich die Angelegenheit in ein Gemütsdrama dreier Jugendlicher, die mit ihrer Trauerbewältigung und der Verarbeitung von Schuldgefühlen sichtlich überfordert sind.
Unheimliche Vorzeichen bleiben lange Zeit aus und es dauert deutlich zu lange, bis sich eine vierte Instanz in Form eines Schattens und der Veränderung eines kleinen Schreins bemerkbar macht.
Derweil gibt das ältere Haus in Sachen Atmosphäre wenig her und auch die Umgebung wird kaum berücksichtigt, wodurch schon bald ein kammerspielartiger Charakter entsteht, der allerdings kaum Unbehagen oder gar Beklemmung entstehen lässt. Erst als sich alle drei der Gefahr bewusst werden, kommt ein wenig Schwung in die Sache und man schlägt einen Weg zwischen Home Invasion und Slasher ein, der insgesamt nur wenige Minuten anhält.
Das Geheimnis um die Identität und Beweggründe des Killers überraschen final nicht, zumal auch hier nicht viele Möglichkeiten in Betracht kommen. Markant ist in diesem Zusammenhang allenfalls die Tatsache, wie jemand durch Wodka binnen weniger Sekunden umkommen kann. Auch haftet dem Showdown eine gewisse tragische Konsequenz an, was letztlich noch ein wenig rettet.
Allerdings nicht in so einem Maße, die Chose noch einmal zu ihren Gunsten umzukrempeln. Zwar wird insgesamt tauglich performt und handwerklich ist nicht allzu viel anzukreiden, doch storytechnisch gibt es weder markante Überraschungen, noch schockt der Terror ausreichend, um in Sachen Suspense zu packen. Die kurze Laufzeit von nur 77 Minuten täuscht nicht darüber hinweg, dass die Anlaufzeit viel zu lang und die direkten Konfrontationen deutlich zu kurz ausfallen.
4,5 von 10