Die brasilianische Formula Truck ist der ganze Lebensinhalt von Roger (Thiago Martins), der für den von seinem Vater gemanagten Rennstall mit einer hochgezüchteten Zugmaschine seit Jahren daran teilnimmt - auch dieses Jahr hat er gute Karten, das Klassement zu gewinnen, nur eine smarte Trucker-Lady, genannt Die Königin, liegt noch vor ihm. Doch die Ersatzteile sind teuer, besonders wenn sich, wie bei Roger, ein Motorplatzer an den nächsten reiht. Zu allem Überfluss stirbt auch noch sein Vater bei einem Unfall und hinterläßt dem Enddreißiger einen Haufen Schulden, von denen Roger nichts geahnt hatte.
Es dauert nicht lange, bis die Gläubiger an ihn herantreten - sie machen dem vor dem Nichts stehenden Rennfahrer ein ungewöhnliches Angebot: er soll seine Motorsportkenntnisse dahingehend einsetzen, auf den Highways gekaperte Trucks schnell und sicher in Verstecke der Bande zu fahren. Roger bleibt nichts anderes übrig, als zunächst mitzuspielen. Er kann seinen besten Kumpel, den Mechaniker Danilo (Raphael Logam) überzeugen, ihm dabei zu assistieren. Eine zeitlang geht das Truck-Napping auch gut, doch dann wird Danilo bei einer solchen Aktion von der verfolgenden Polizei angeschossen und verstirbt. Zu Rogers Unglück, daß er nun ohne vertrauten Partner die technisch anspruchsvollen Raubzüge durchführen muß, kommt auch noch die 14-jährige Tochter des Verstorbenen, um die er sich kümmern muß. Doch dem Verbrecherboss Odilon (Evandro Mesquita) ist das egal, Rogers flehentlicher Wunsch, aus der Sache auszusteigen, stößt auf taube Ohren...
In der brasilianischen Produktion Carga Máxima legt Regisseur und Drehbuch-Co-Autor Tomas Portella das Hauptaugenmerk auf klassische Rennszenen, wie man sie aus der Formel 1 kennt, nur daß hier eben die in Südamerika populären Race Trucks unterwegs sind. Vor diesem Hintergrund entfaltet er die Geschichte eines Renn-Profis, der in Geldnöte gerät und für die Tilgung der Schulden kriminelle Aufträge übernehmen muß - ein Plot, wie man ihn bereits öfters gesehen hat, beispielsweise mit Motorradfahrern im französischen Burn Out (2018) oder der spanischen Variante Centauro (2022). Dementsprechend bietet die Story, die sich ganz auf Roger und seine zunehmenden Gewissensbisse konzentriert, auch nicht viel Neues, zumal sie ohne besondere Wendungen recht vorhersehbar auf das Finale zusteuert.
Während der schnauzbärtige Fahrer sich also wohl oder übel fügen und gute Miene zum bösen Spiel machen muß (was immerhin seine Sympathiewerte steigert), fallen zwischendurch ein paar Seifenopern-Momente negativ auf, die nicht näher erklärt werden und auf die man besser verzichtet hätte: zum einen scheint Roger früher eine Liaison mit der stets in rosa gekleideten Titelaspirantin, jener Königin, gehabt zu haben, die sich besonders am Schluß für ihn einsetzt (warum auch immer), zum anderen ist da die 14-jährige Tochter des erschossenen Mechanikers, die bei den Rennen wie die Teamchefin in der Box sitzt und dem erwachsenen Profi per Mikro sagt, in welcher Kurve er zu bremsen und wo er Gas zu geben hätte - wtf?!
Von diesen gottseidank nur wenigen Momenten künstlich aufgeblasener Emotionalität abgesehen ist Maximale Ladung jedoch ein durchaus solider Krimi, der mit einigen rasanten Einstellungen chromglänzender Hochleistungstrucks (u.a. aus Interlagos) keine Langeweile aufkommen läßt und nicht nur für Motorsportfreunde einen Blick wert ist: 6 Punkte.