Review

Sturmbangstführer


Den will Michael Mann also totschweigen? 
Weil er der Welt nie konnte seine gewünschte Version zeigen?

Pff, nicht mit mir, von hier bekommt „The Keep“ selbst in dieser arg gestutzten Version Liebe, 
wer hier damals übereifrig schnippelte  verdient aber natürlich dennoch Hiebe. 

Selten wollte man einen Director's Cut heftiger sehen, 
selbst wenn zur Not auch diese Fassung kann bestehen.

Eine vernünftige Blu-Ray ist längst überfällig, 
denn meine Begeisterung verhält sich hier massiv wellig. 

„The Keep“ ist Kriegsfilm, Fantasyhorror und Kommentar zur Natur des Bösen, 
da muss man sich schonmal von der unübersichtlichen, sprunghaften Story lösen. 

Harte Typen, fiese Nazis, ein uralter Dämon, 
Michael Manns Style kann man damals wie heut' einfach nicht klon'. 

Und „The Keep“ hat davon schon Truhen und Massen, 
wie wälzend diese halbfertige Mixtur über einen rollt, kann man kaum fassen. 

Fast genauso sehr Carpenter, deutlich Vorbild für sowas wie „The Void“, 
den müsst ihr entdecken und fühlen, meine lieben Leut'! 

Allein der Score von Tangerine Dream ist pure Champions League, 
das lässt verstummen selbst die grausamsten Seiten von Tod und Krieg.

Eine riesige Pyramide samt dunkler Nacht, 
wie geil haben die denn bitte dieses Nebelmonster gemacht?!

Da sprengen die Naziköpfe, da spielt der McKellen sich schon in alt, 
selbst wenn hier natürlich weit mehr der Style als der Inhalt knallt. 

Dennoch ist „The Keep“ ein Kulti mit Wiederkennungswert, 
Stil, Optik und Sound sind heißer als mein angeschalteter Herd! 

Also, lieber Michael, fass dir bitte ein Herz, 
denn dass wir Horrornerds „The Keep“ endlich in seiner ganzen Pracht sehen wollen, ist alles andere als ein Scherz! 

Fazit: für den sollte sich Mann wirklich nicht schämen! Außerdem sollten ihm die Möglichkeiten gegeben werden, endlich seinen Director's Cut fertigzustellen. Inklusive hübscher (4K-)Restauration. Denn „The Keep“ ist ein echter Looker und atmosphärischer Hochgenuss von der Nebelmaschine auf Hochtouren über die harten Herren wie Byrne oder Prochnow bis zu den musikalischen Tangerine Dream-Sphären, die einfach nur zum Zungeschnalzen sind. Inhaltlich und inszenatorisch ein heißer Haufen - aber mit enormem Potenzial, genug Faszination und Suchtfaktor! 

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