Ort der Handlung: Ein vosintflutlicher Hotelpalast am menschenleeren Strand von Ostende. Die Hauptpersonen sind Valerie und Stefan, ein Paar auf Hochzeitsreise, das zufällig sein Schiff nach England verpasst und in eine unheilvolle Geschichte um eine geheimnissvolle Comtesse die allem Anschein nach ein Vampir ist, verwickelt wird. "Blut an den Lippen" ist Harry Kümels erster Film und von den Aufnahmen her ein Genuss. Ob er den leeren Strand, die Fassade des Hotels, das flackernde Licht einer Kerze oder halbgeöffnete Lippen in Grossaufnahme ins Bild bringt, immer stimmt die Beleuchtung, immer sind Farben und Hintergründe aufeinander abgestimmt. Diese Bildmalerei hat nur einen Nachteil: Mehr als einmal befindet sich der Film auf bestem Weg, in gepflegte Langeweile abzugleiten. Trotz kleiner Mängel aber hat Harry Kümel mit seinem Erstling bewiesen, das man auch mit subtileren Mitteln einen Horrorfilm drehen kann. Für den der nicht unbedingt viel Blut und harte Effekte braucht, ist der Film durchaus zu empfehlen.