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Dr. Grant Walker ist eigentlich ausgebildeter Archäologe , muss sein Leben aber in einem kleinstädtischen Dinopark in den USA fristen , seitdem ein Kollege ihm seine große Entdeckung gestohlen hat . Als eines Tages ein unsichtbarer , intelligenter Raptor aus einem Forschungslabor entkommen kann und in der Stadt sein Unwesen treibt , ist er der einzige , der versteht was vor sich geht und das Biest aufhalten kann . Gemeinsam mit Denny , dem Sicherheitsmann des Parks , und seiner alten Flamme Amber , die gerade mit ihrer Stieftochter Hannah zurück in die Stadt gezogen ist , machen sie sich auf den Dino zu stoppen , doch schon bei " Predator " erfuhren wir , dass es nicht einfach ist etwas zu töten , was man nicht sehen kann ...

Bei dem Titel " The Invisible Raptor " könnte man erst einmal meinen eine lieblose Auftragsarbeit von The Asylum & Co vor sich zu haben , die versucht mit diesem Titel auf der " Cocaine Bear " Welle mitzuschwimmen , indem man irgendeinem einzelnen Raubtier irgendeine dämliche / merkwürdige Eigenschaft gibt ( also drogenabhängig oder wie hier unsichtbar ) und gleichzeitig mit einem unsichtbaren Monster viel Geld zu sparen . Nun ja , das letzte mag vielleicht durchaus zutreffen , doch , dass es sich bei dem Film um eine lieblose Auftragsarbeit handelt , kann man wirklich nicht behaupten . 
" The Invisible Raptor " ist nämlich ein Film , bei dem man merkt , dass er mit dem Herzblut der Macher gemacht wurde . Mit Herzblut für das 1980er Jahre Kino und speziell für die Filme von Steven Spielberg . Es kann ja kein Zufall sein , wenn das Geschehen im Spielburgh County stattfindet , der Archäologe Grant heißt wie in " Jurassic Park " ( nur hier eben als Vorname ) , sich ein kleiner Junge namens Elliot versucht mit dem Raptor anzufreunden , wie einst Elliot mit E.T. , und dieser Elliot auch noch den Nachnamen Kintner trägt , wie das junge Haiopfer in " Der weiße Hai " , der nicht nur Spielbergs Karriere begründete , sondern das Popcorn / Blockbuster Kino wie es heute existiert . Und auch sonst gibt es noch zahlreiche Anspielungen an die Filme jener Jahre . Von " Immer Ärger mit Bernie " über " Predator " und " Gremlins " und viele mehr bis zu " Die Goonies " , was sich , schon wegen der Teilnahme von Sean Astin ( in einem Kurzauftritt ) , ja geradezu anbietet . 
Schauspieler und Figuren wurden gut gewählt , sind sympathisch und witzig und könnten sogar aus einer " größeren Produktion " stammen , gäbe es da nicht ein paar Bemerkungen , die sie für jeden " A-Film " disqualifizieren würden . Denn im Gegensatz zu den Spielbergschen Vorbildern , sind hier besonders jene Personengruppen Ziel des Raptors und des Humors , die sonst dafür Tabu sind . Hier wird eine liebe alte Dame mit ihren drei Katzen genauso verspeist wie ein Behinderter im Rollstuhl , ein Hund oder auch Kinder . Besonders jene bekommen  generell ihr Fett weg . So wird Elliot ( der ohnehin schon mies von seiner Mutter behandelt wird ) zum Dank für die versuchte Freundschaftsaufnahme direkt vom Raptor gefressen , woraufhin seine Mutter sogleich eine Kreuzfahrt für sich bucht , weil sie ja jetzt Zeit hat . Amber und Grant unterhalten sich vor Hannahs Augen ( bzw. Ohren ) darüber wie froh sie sind , dass sie nicht die Eltern des kleinen Mädchens sind und knallen ihr einfach die Tür des Taxis vor der Nase zu , woraufhin sie aus dem Film hinaus gefahren wird . Als Grant Amber am Ende des Films fragt , was denn mit Hannah ( deren Namen er sich natürlich nie merken kann ) passiert sei , zuckt sie nur desinteressiert mit den Schultern und meint , dass sie keine Ahnung habe . 
So macht der Film anfangs auch richtig Laune , doch mit der Zeit schleichen sich doch einige kleinere Längen ein , die dem positiven Gesamteindruck etwas zu schaden beginnen . Dabei wird es nie komplett unlustig oder langweilig , jedoch merkt man gegen Ende , dass man ein paar Minuten hätte kürzen können , denn die vollen 115 Minuten zu gehen , dafür hätte es dann doch ein paar mehr Ideen oder Schauwerte - und ein bisschen weniger Gequatsche darüber - gebraucht .
Ein paar Gastauftritte von Gesichtern , die jeder schon 1000 mal gesehen hat , wie Larry Hankin oder Richard Riehle , runden die Mischung ab und geben dem Film noch mal eine zusätzliche 1980er Jahre Note . 
Außerdem hat man sich , auch wenn der Raptor stets unsichtbar bleibt , doch stets bemüht seine Angriffe entsprechend darzustellen , so dass eben abgebissene Köpfe oder Hände wie im Nichts verschwinden , Bäuche wie von Geisterhand aufgerissen oder Autos stark nach unten gedrückt werden , wenn der Raptor auf sie springt . Und auch sonst hat man versucht die Wucht der Angriffe sichtbar zu machen , so dass immer wieder Leute oder Dinge von Schwanz oder Klauen weggeschleudert werden . 

Fazit : Ein sympathischer B-Film " Throwback " in die 1980er Jahre mit einem guten Hauptdarsteller Trio und ein paar sehr netten Ideen ( der Geburtstagsballon ! ) . Eine Kürzung von 10 bis 20 Minuten hätten dem Film aber sicher gut getan , denn was da am Ende passiert , hätte einfach gestraffter sein dürfen . Trotzdem der eindeutig beste Dinosaurierfilm in dem kein einziger echter Saurier zu sehen ist - was auch immer das bedeuten mag . Trotz der kleineren Längen gebe ich noch einen Extrapunkt für die Stimmung und die Leistung der Hauptfiguren und die Hingabe , mit der der Film mit Sicherheit gemacht wurde ... 

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