Eines schönen Tages macht die glücklich und zufrieden am Land lebende Familie Marlowe die Bekanntschaft einer hochschwangeren Frau (Angela Pleasence) und lädt sie in ihr Haus ein. Just als sie das Haus wieder verlassen will, setzen die Wehen ein, und sie bringt ein gesundes Mädchen zur Welt. Kurz darauf ist sie spurlos verschwunden und unauffindbar. Alan (Malcolm Stoddard) und Kate Marlowe (Cyd Hayman), obwohl selbst mit drei Kindern und einem Säugling gesegnet, kümmern sich erst mal um das Neugeborene. Als ihr jüngstes Kind plötzlich stirbt, entscheiden sie, Bonnie (Joanne Boorman bzw. Wilhelmina Green) zu adoptieren. Ein fataler Fehler...
If Bonnie is a gift from Heaven... for God's sake take her back! (Tagline)
Also, irgendwie habe ich ein Faible für all die Horrorfilme, die sich um Killer-Kinder drehen. The Godsend bildet da keine Ausnahme, obwohl diese Art Film im Prinzip immer nach dem gleichen Schema abläuft. Zu Beginn sind Alan und Kate über das Kuckuckskind noch hocherfreut, sehen in der kleinen, ach-so-süßen Bonnie ein "Godsend". Als Zuschauer fällt es schwer, die Begeisterung für den kleinen Racker auch nur ansatzweise zu teilen, da das Mädchen - wie übrigens auch ihre Mama - unglaublich creepy ist. Natürlich ist bald klar, daß Bonnie kein Geschenk Gottes ist, ganz im Gegenteil... sie ist ein wahrer Teufelsbraten, ein berechnendes Monster in Gestalt eines lieblichen Engels. Und sie mag keine Konkurrenz, was sich so auswirkt, daß die eigenen Kinder der Marlowes tragische "Unfälle" erleiden. Sieht man von einer Ausnahme ab, finden diese "Unfälle" allesamt im Off statt, womit The Godsend quasi das genaue Gegenteil von The Omen mit all seinen spektakulär inszenierten Todesfällen ist.
Produziert wurde der auf dem gleichnamigen Buch von Bernard Taylor basierende Streifen von Cannon Films, zwei, drei Jahre, bevor die Firma so richtig durchstartete. Die Schauspieler machen ihre Sachen durch die Bank gut, wobei vor allem Donald Pleasence' Tochter Angela und die kleine Wilhelmina Green herausstechen. Angela Pleasence spielt entrückt, fast wie in Trance, und sorgt damit ebenso für leises Unbehagen wie Wilhelmina Green, deren durchdringendes Starren den einen oder anderen Schauer verursacht. Trotz des behäbigen Erzähltempos gelingen Beaumont eine Handvoll schöner Suspense-Momente, und die düstere Grundstimmung weiß ebenfalls zu gefallen. Daß The Godsend sehr vorhersehbar und die Dramaturgie befremdlich holprig ist, die Handlungen der Protagonisten teilweise kaum nachvollziehbar sind und der Grund für das mysteriöse Geschehen im Dunklen bleibt, das sind Schönheitsfehler, mit denen man halt leben muß. Fazit: Kein Kracher, aber ein recht ordentlicher wenn auch völlig blutleerer Beitrag zum "Killer Kids"-Subgenre.