Salem wird gerne mal bemüht, wenn es um alte Hexenflüche oder dämonische Belange geht. Sogar Stephen King sattelte einst von seinem geliebten Maine dorthin um und auch das Regieduo Eren Celeboglu und Ari Costa möchte dem Publikum die Auswirkungen eines alten Fluches näher bringen.
Salem, Massachusetts: Jona, der jüngste von drei Geschwistern findet in einer Waldhütte ein offenbar antikes Messer und nimmt es mit nach Hause. Unbedacht liest er die Sätze auf der Klinge und beginnt sich zu verändern. Doch er soll nicht der einzige bleiben, den der Fluch ereilt…
Wenn der Schrecken nahezu ausschließlich aus überdimensional lauten jump scares besteht, ist es mit der Gänsehaut nicht weit her. Die kurze Exposition reicht immerhin aus, die drei Geschwister in der Familiensituation mit der allein erziehenden Mutter einordnen zu können, doch übermäßig sympathisch erscheinen sie nicht.
Obgleich böse Vorzeichen wie aufblitzende Fratzen und verzerrte Flüsterstimmen auszumachen sind, will sich kaum eine düstere Stimmung einstellen und auch ein kurzer morbider Rückblick einige Jahrhunderte zurück entfaltet nicht die gewünschte Wirkung, zumal die Ausstattung diesbezüglich reichlich mau ausfällt.
Erst als eine augenscheinlich kleine Party dazu genutzt wird, mehrere Opfer binnen kurzer Zeit zu erreichen, zieht das Tempo ein wenig an und im Zuge einiger Situationen des Versteckens und Ausharrens ergeben sich ein paar leidlich spannende Momente.
Leider erscheint die Bedrohung die meiste Zeit wie ein Psychopath im schlecht kopierten Jack-Nicholson-Modus, was eher Belustigung denn Furcht hervorruft.
Allzu blutig fallen die wenigen Ableben ebenfalls nicht aus, zumal einige mehr oder minder ins Off manövriert wurden, so dass lediglich einige Wunden im Halbdunkel, ein Kehlenschnitt und ein Erhängen bleiben. Die Grundidee, aus bekannten Kinderspielen wie Taschenlampenfangen, Galgenmännchen oder Verstecken blutige Pendants zu zaubern, taugt letztlich deutlich mehr als die spannungsarme Ausführung, bei der zu viele dramaturgische Längen entstehen.
Am Ende vermag auch der wenig mitreißende Showdown nichts mehr auszurichten, der in nahezu allen Belangen vorhersehbar und vom Make-up her wenig wirkungsvoll ausfällt.
Den wenigen Darstellern ist zwar kaum etwas anzukreiden, der Score arbeitet passabel und die rar gesäten Gewalteinlagen sind frei von CGI, doch man hat in Salem, früher oder heute, schon mal deutlich intensiver mitgefiebert.
3,5 von 10