Inhalt:
In einer irischen Kleinstadt schlummert ein Monster unter Tage und wird zufällig zurück auf die Erdoberfläche geholt, wo es sich am Leben der Menschen vergeht. Ein zugereister Amerikaner versucht das Geheimnis der Kirche zu lösen, welches mit der Vernichtung des Ungeheuers zusammenhängt.
Kritik:
Da mich Clive Barker, der zu diesem Film das Drehbuch schrieb, welches auf einer seiner Kurzgeschichten basiert, bisher noch nie enttäuscht hat ("Hellraiser", "Cabal" und "Lord of illusions" gefallen mir ausgezeichnet), bin ich mit großen Erwartungen und einer gewissen Vorfreude an diesen Film gegangen. Und wenn man mit hoher Erwartungshaltung an etwas herangeht, wird man meistens enttäuscht. So wie ich bei diesem Streifen, wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass Barkers Einfluss nicht besonders groß gewesen sein dürfte, sonst wäre sicherlich etwas sehenswerteres dabei herausgesprungen.
Die Story an sich ist einfach gestrickt und die handelnden Charaktere bleiben eindimensional und flach. So kommt an kaum einer Stelle Spannung auf, da man sich auf Grund der charakterlosen Figuren nicht in diese hineinversetzen kann geschweige denn mit ihnen mitfiebert.
Auch die zugegeben im Vergleich zum Rest des Films sehr professionelle musikalische Untermalung und die Kamera können keine Spannung oder Atmosphäre erzeugen.
Das Schmuckstück eines Monsterfilmes sollte logischerweise das Monster an sich sein, aber auch da hat man (wahrscheinlich auf Grund des mangelnden Budgets, aber hier hat man definitiv am falschen Ende gespart) geschludert. Die Monstermaske ist alles andere als monsterhaft. Das starre Latexgesicht (selbst die Zähne sind augenscheinlich aus selbigem Material) lockt niemandem hinter dem Ofen hervor. Insgesamt sieht die Visage wie der billige Vorläufer von Fred Williamsons Vampirmaske aus "From dusk till dawn" aus. Übelsterweise wurden für die Augen zwei rotblinkende Glühbirnchen genommen, was dem ganzen noch mehr Lächerlichkeit verleiht.
Die Splattereffekte haben mich im Gegensatz zu den Leuten, die sich hier bisher zu dem Film ausgelassen haben, nicht überzeugt. Immer sieht man nur das Ergebnis der Schandtaten des Monsters, aber nicht die Aktion, die das Ergebnis hervorruft. Ein paar klaffende Wunden hier und ein ab-er Kopf da, das wars. Nur als sich das Monstrum an seinem Gehilfen vergeht, wird es ordentlich blutig, aber auch diese Szene wirkt unrealistisch. Der Mund des Mun(d)sters nähert sich dem Hals des Pfaffen und schwupps spritzt eine Fontäne aus dem Körper. Naja.
Wenigstens wartet der Streifen mit ein paar guten Ansätzen auf.
So hat mir die Szene gefallen, in der das Mädel Hand in Hand mit ihrem Freund vor dem Vieh Reißaus nimmt und später merkt, dass nur noch die Hand des Typen in der ihrigen das Ziel erreicht. Den Rest des Mannes hat sich das Monster unterwegs gepflückt.
Auch, dass das Monstrum nur Männer schnetzelt und keiner Frau was zu Leide tun kann, was wohl irgendwie in dessen Vergangenheit begründet liegt, aber nicht so ganz aufgelöst wird, war mal eine nette Abwechslung zu den ansonsten im Horrorfilm üblichen weiblichen Futterlieferanten.
Ebenso mag ich die Idee mit dem Kirchenmosaik, welches die Lösung der Monsterplage bringt.
Der uneingeschränkte Knaller des Films ist aber sicherlich die Taufe, die der Gottesdiener von dem Ungetüm empfängt: Hosenstall geöffnet und laufen lassen. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, das verbietet mir meine gute Erziehung *g*
Alles in allem ist dieses Monsterfilmchen sehr enttäuschend, kann aber immerhin stellenweise unterhalten und ist daher nur für Hardcorefans des Genres und Allesgucker zu empfehlen.