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Nicht, dass es jemals so etwas wie eine Kernkompetenz gegeben hätte, doch wenn Asylum außerhalb ihrer üblichen Gefilde produzieren, ist grundlegende Skepsis angesagt. Bezeichnenderweise braucht es für einen Exorzismus gleich mehrere Geistliche, die sich mit ihren Weißheiten gegenseitig unterbieten.

Die vierzehnjährige Huxley ist von einem unbekannten Dämon besessen. Ihr Vater wendet sich an drei erfahrene Exorzisten und eine renommierte Psychologin. Zeitgleich halten sich in den Räumen des Mausoleums vier Jugendliche auf, die mit der Benutzung eines Hexenbretts dem Bösen Tür und Tor öffnen…

Gewiss ist es leichter, Menschen Flausen auszutreiben als einen Dämon. Dann hätte man Autor und Regisseur Jose Prendes vielleicht davon abhalten können, vorliegenden Murks zu veranstalten, der gegenüber einigen anderen Pendants jegliche Sogwirkung vermissen lässt.

Die Geschichte ist in zwei Handlungsstränge aufgeteilt. Während die Spezialisten nach und nach rekrutiert werden, brechen die Jugendlichen ins Mausoleum ein, um mit einer verstorbenen Großmutter Kontakt aufzunehmen, was natürlich nie eine gute Idee ist. Dennoch ist die Aktion völlig random und hat mit der eigentlichen Story nichts zu tun. Zumal die dazugehörigen Spezialeffekte gegen null tendieren.

Leider wird der Fokus nicht ausreichend auf die Besessene gerichtet und deutlich zuviel außerhalb ihres Raumes taktiert, wodurch sich der Dämon nie so recht entfalten kann. Zwar spricht dieser einmal mehr mit tiefer Stimme, weiß geheime Fakten über die Geistlichen und versucht sie auf ihre Schwächen hin zu provozieren, doch einen Budenzauber mit verrenkten Gliedmaßen oder krabbelnden Individuen sollte man nicht erwarten.

Insofern dümpelt die Erzählung über weite Teile lahm und ereignislos vor sich hin und weil man mit der eigentlichen Besessenen offenbar nicht so viel anzufangen weiß, gesellen sich weitere dämonische Instanzen hinzu, was die Sache jedoch auch kaum aufregender gestaltet. Die Räumlichkeiten bieten in diesem Kontext keine Abwechslung und der Score geht beinahe völlig unter.

Selbst als kleinere Twists eingestreut werden und Hoffnungsschimmer in Sachen Auflösung bringen, machen platte Dialoge und irrationale Handlungsweisen diese wieder zunichte.
Obgleich mit Doug Bradley („Hellraiser“) ein nicht unbekanntes Gesicht mitwirkt, wird darstellerisch nicht gut performt und die teils wenig versierte Synchro liefert den Rest.

Eindimensional und unspektakulär ist das, was Prendes mit seinem Exorzistenhorror liefert. Die Effekte kommen kaum über verfärbte Augen und etwas Schmodder-Make-up hinaus, die Figuren geben keinen Anlass zum Mitfiebern und Spannung will erst gar nicht aufkommen.
Diese Austreibung kann man sich getrost sparen.
3 von 10

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