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Das mittelamerikanische Panama hat etwa so viele Einwohner wie Kabul und ist nicht gerade für seinen Einfluss im internationalen Filmgeschäft bekannt. Vorliegender Horrorstreifen, dessen Titel bereits recht viel von der Handlung preisgibt, wird daran wenig ändern.

Die beiden Waisenmädchen Sofia und Carmen schlagen sich mehr schlecht als recht in den Slums durch, als sie einen unerwarteten Brief von ihren Großeltern erhalten. Kurzerhand besuchen sie das ältere Paar auf dem Land, wo sich die junge Carmen rasch von der Großmutter einlullen lässt, während die ältere Sofia mit Argwohn auf den angrenzenden Fluss achtet, welcher offenbar ein düsteres Geheimnis birgt…

Immerhin sorgen die völlig unterschiedlichen Schwestern zwangsläufig für Konfliktpotenzial. Während Carmen die schüchterne und liebreizende ist, die viel in Tierbüchern liest und fast ein wenig autistisch wirkt, erscheint Sofia als motziges Gothic-Küken, welches einem potenziellen Kinderschänder fix eine Klinge an den Hals hält, um ihn gleich darauf des Bargeldes zu erleichtern. Alles ein wenig überzogen und klischeehaft, aber mit Wiedererkennungswert.

In der Pampa geht es allerdings eher eindimensional zu, da sich unter den vier Anwesenden recht wenig ereignet, die bösen Vorzeichen in Form diverser Puppen völlig harmlos ausfallen und der Titel eben recht ungelenk vorwegnimmt, worauf die Chose grob hinauslaufen könnte.
Auch die Umgebung des Farmhauses bringt wenig Abwechslung, während der fragwürdige Einsatz von Musik eher belustigt, denn eine angemessene Stimmung zu schüren.

Zudem hält sich das Mitfiebern in Grenzen, da Sofia nicht gerade sensibel auf ihre Schwester einwirkt, während die Funktion der Großeltern natürlich kein Geheimnis markiert. Zwar mischt am Rande noch eine verrückte Alte mit und ein Schlafwandeln bringt zumindest ein paar unheimliche Vibes ins Spiel, doch bis zum Finale zieht sich die Angelegenheit. Letztlich vermag aber auch der Showdown nicht mitzureißen, wenn sich die verkörperte Bedrohung als schlichter Typ mit etwas zu langen Krallen entpuppt, der noch nicht einmal sonderlich monströs wirkt.

Bei alledem wird nicht allzu überzeugend performt, die Dialoge wirken oftmals hölzern und die Synchro kann problemlos als überwiegend nervig eingestuft werden. Zwar kommt die dünne Story noch mit einer Auflösung daher und die Schlussfolgerung ist konsequent, doch allzu viel dürfte am Ende nicht von den 90 Minuten hängen bleiben. Zu uninspiriert, spannungsarm und zudem auffallend unblutig in Szene gesetzt, erfolgt hier eine vermeintliche Opferung, die in ihrer unspektakulären Form ausgelassen werden kann.
Knapp
4 von 10

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