Review

Rallye im Windschatten

Nachdem „Ford v Ferrari“ und auch „Ferrari“ alleine scheinbar ganz gut funktioniert haben, vom genialen „Rush“ wollen wir gar nicht erst anfangen, dachte man wohl auch „kleinere“ Racingepen, PS-Dynastien, Rennsportranderscheinungen und Automarken nutzen zu können - gerne wieder mit Daniel Brühl, der kann das, ganz deutsch und zuverlässig. Also kommt nun „Audi vs. Lancia“ in dem die zwei titelgebenden Autogiganten eine legendäre Fehde während einer unvergesslichen Rallye-Saison austragen und ihre Marken Anfang der 80er prestigeträchtiger, ehrgeiziger, flotter, ikonischer und zukunftsweisender denn je machen…

Man spürt das europäische Budget… 

Ich mag Rallye. Zumindest auf der PlayStation. Deutlich mehr als Formel 1 etwa. Aber „Audi vs. Lancia“ hat mich nie genug gepackt. Er ist nicht mies. Aber er wirkt wirklich die meiste Zeit wie der zweite oder dritte Anzug hinter sowas wie „Rush“ oder „Ford v Ferrari“ - und er tut sehr wenig gegen diesen lahmen Spätstarter-Eindruck. Da bringen auch nettes Zeitkolorit und Rallye-Adrenalin nicht genug. Und Brühl auch nicht, da kann er das noch so routiniert mittlerweile machen. Der deutsche „Audi“-Blickwinkel hat noch aus unserer Sicht Mehrwert. Und das „Rallye-Genre“ ist schon sein eigenes, zu oft unterschätztes und übersehenes, geiles Ding. Für meinen Geschmack. Das ist schon überragend, was Fahrer, Beifahrer, Autos und Teams da gegen Wahnsinn, Natur und die Zeiten der Konkurrenten immer wieder liefern. „Audi vs. Lancia“ wird diesem Sport, seinem Sujet und seinem Thema aber wenn überhaupt nur sehr sporadisch gerecht. Er schaltet zu selten hoch, er bremst zu früh ab, er driftet nur zögerlich um Kurven, er hat keinen Plan B und seine Reifen scheinen schon arg abgenutzt… 

Fazit: eher der zweite, dritte oder gar vierte Rennanzug… Defensive Fahrweise mit Kupplungsproblemen und leicht kränklichen Auspuffgeräuschen… Nur für geduldige Racing-Enthusiasten. Die Wagen, die Designs, die Typen und die Epoche helfen aber für einen noch brauchbaren Filmabend mit Benzin im Blut, der Buckelpiste unter'm Hintern und dem Bleifuss auf dem Pedal. Zu selten geht’s jedoch „Vroom!“ oder „Wow!“. 

Details