iHaveCNit: Only The River Flows (2024) – Wei Shujun – Rapid Eye Movies
Deutscher Kinostart: 29.02.2024
gesehen am 07.02.2024 in OmU in der Spotlight-Sneak
Arthouse-Kinos Frankfurt – Große Harmonie – Reihe 6, Platz 12 – 21:00 Uhr
Die Sneak-Reihe meines Vertrauens mit dem Namen „Spotlight – Die Arthouse Sneak“ von den Arthouse-Kinos Frankfurt bietet durchaus immer wieder den ein oder anderen Film, den ich auch regulär für den normalen Kinostart eingeplant habe. Nun ist jedoch der seltene Fall eingetreten, dass ich mir zwar für einen Film frei halten wollte, aber aufgrund der Tatsache, dass ich ihn bereits sehen konnte so etwas wie eine Dringlichkeit nicht mehr gegeben ist und auch aufgrund voller Terminpläne und auch notwendiger Ruhezeit nun die Zeit und die Möglichkeit aufgrund fehlender Vorstellungszeiten nicht mehr gegeben ist, diesen Film regulär im Kino erneut zu sichten. Und dieser Film ist auch erst durch die Zufallsbegegnung mit dem Trailer in meiner Kinoplanung gelandet. Die Rede ist von Wei Shujuns Romanverfilmung „Only The River Flows“ auf dem Roman von Yu Hua, der im großen Wochenende von Denis Villeneuves „Dune Part Two“ und Jonathan Glazers mittlerweile oscarprämierten „The Zone Of Interest“ eine kleine feine filmische Alternative gewesen ist.
Eine chinesische Kleinstadt in der Provinz in den 90er Jahren. Eine Mordserie erschüttert die Stadt und der Polizeichef Ma Zhe wird mit den Ermittlungen betraut. Während seine Frau zuhause ein Kind erwartet ist auch der politische Druck zum schnellen Abschluss der Mordserie groß, womit ein schneller Verdächtiger gefunden wird, doch je mehr sich Ma Zhe in den Ermittlungen verliert, umso stärker wird er in den Abgrund gezogen.
Mit seinem Setting in den 90er-Jahren und dem Drehen des Films auf 16 mm ergibt sich eine sehr spannende, passende Atmosphäre, die durch die Wahl einer etwas blaueren, graueren und brauneren Farbpalette so etwas wie eine kühle, düstere, triste Atmosphäre schafft, die diesem Film Noir und Thriller sehr zu gute kommt. Dazu passt auch die gesellschaftliche eingebundene Einordnung der damaligen Zeit Chinas, die neben dem Fall und dem privaten Konflikt eine weitere für die Entwicklung des von Zhu Yilong großartig gespielten Ma Zhe wichtige Komponente in den Film bringt. Für mich jedoch war es etwas zwiespältig ob das von Film so gewollt ist oder nicht, denn irgendwann hatte ich das immersive Erlebnis, dass sich Ma Zhe in seinem Fall verliert und in den Abgrund gezogen wird, in Bezug auf diesen Film gehabt, so dass er mich an kleinen Stellen etwas verloren hat und nicht ganz die große Sogwirkung und Spannung bei mir halten konnte.
„Only The River Flows“ - My First Look – 8/10 Punkte