iHaveCNit: What Happens Later (2024) – Meg Ryan – Universal
Deutscher Kinostart: 16.05.2024
gesehen am 18.05.2024
Astor Filmlounge MyZeil Frankfurt am Main – Club 1 – Reihe C, Platz 3 – 17:30 Uhr
„Harry und Sally“, „Schlaflos in Seattle“ und „e-m@il für dich“ haben alle etwas gemeinsam. Sie gehören zu einer eigentlich lange nicht mehr in den Kinos befindlichen Gattung von Filmen – den klassischen Old-School-Rom-Coms und auch alle 3 Filme haben einst Meg Ryan zu einem der Gesichter dieses Genres gemacht. Lange war es still um das Genre und auch Meg Ryan selbst, doch nun hat sie mit der Verfilmung eines ähnlichen Theaterstücks mit „What Happens Later“ einen neuen Film im Genre der Old-School-Rom-Coms mit ihr persönlich und David Duchovny in den Hauptrollen auf dem sprichwörtlichen Rollfeld eines Flughafens liegen, der aktuell in den Kinos zur Landung angesetzt hat.
Aufgrund einer problematischen Witterungslage mit einem heftigen Schneesturm werden diverse Flüge umgeleitet. So auch die Flüge von Wilhelmina und William Davis, die sich eigentlich auf einer entgegengesetzten Reise nach Austin und Boston befunden haben und nun auf einem regionalen Provinzflughafen zwischenlanden müssen und sich dort zufällig treffen. Beide waren einst ein Paar, doch seit mehr als über 25 Jahren haben sie sich nicht mehr gesehen und kontaktiert, obwohl vieles eigentlich noch zu klären ist. Dafür haben sie jedoch mit einigem Widerwillen nun auch die Zeit bis sich der Sturm legt und Flüge wieder möglich sind.
Aufgrund der Grundlage eines Theaterstücks ist „What Happens Later“ als Kammerspiel und Zwei-Personen-Stück konzeptioniert. In den 105 Minuten des Films bleiben wir immer ganz nah an den von Meg Ryan und David Duchovny gespielten W. Davis und werden dort Zeugen des Aufeinandertreffens, dem Erinnern an alte Zeiten und dem Aufarbeiten vergangener Konflikte und der bisherigen Zeit ohneeinander. Mit den Unterhaltungen über Spiritualität und Musik zum Beispiel in Kombination mit dem beruflichen Hintergrund seines Charakters wirkt hier David Duchovny wie eine langweilige Finanz-Version eines Hank Moody (seine Paraderolle aus „Californication“) auf Sparflamme und auch Meg Ryan wirkt hier in ihrem tragischen, spirituellen, künstlerisch interessierten Freigeist wie ein einstiger Schatten ihrer selbst, womit hier das charakterliche und darstellerische Potential hinter Ryan und Duchovny nicht ausgeschöpft wird. Ganz witzig ist jedoch die Idee, dass scheinbar eine Sprechanlage mit Durchsagen innerhalb des Flughafens direkt stellenweise mit Ryan und Duchovnys Charakter interagiert und auch das ein oder andere Mysteriöse im Flughafen passiert. Ob man daraus eine gewisse, weitere, symbolische Ebene einer Lightversion der Twilight Zone hier ableiten kann, halte ich ein wenig zu gewagt, auch wenn das Potential da gewesen und das durchaus eine interessante Idee gewesen wäre. Genau wie der Film es ein wenig versäumt hat, einen gewissen, satirischen, kritischen Meta-Bezug zu Old-School-Rom-Coms einzubauen. So hat der Film durchaus einen holprigen Verlauf und konnte nicht immer direkt bei mir landen.
„What Happens Later“ - My First Look – 6/10 Punkte