Review

Oje, das fatale „Vierteljahrhundert“ später!
Das gilt jetzt nicht für den hier besprochenen Film, der jetzt in irgendeiner Art und Weise schlecht gealtert wäre, sondern für mich selbst, der das Teil in den seligen 90ern im TV abfeierte und sich sogar ein paar Brandtsche Sprüche aufschrieb.
Heute allerdings…nein, er funktioniert nicht mehr.
Eigentlich hat er nie funktioniert, diese Parodie auf einige gängige Horrorfilme der 70er und frühen 80er Jahre, die von den „Hudson Brothers“ hier durchgezogen wird. Das war mir in meinem jugendlichen Leichtsinn nur leider nicht aufgefallen. Aber ich hab ja auch – eingedenk einiger schlecht informierter Rezensenten – die „Hudson Brothers“ für eine gefeierte B-Comedy-Truppe gehalten – tatsächlich sind sie Mitglieder einer Musikgruppe, die in den 70ern so einige Hits und eine eigene TV-Show hatten. Kein Wunder also, wenn die Comedy nicht zwingend ausgereift wirkt.

Das ist schade, denn Chris Bearde, der diese Schote verbrochen hat (u.a. Regie und Skriptmitarbeit), ist eigentlich ein Veteran der TV-Comedy, hat diverse klassische Serien mit erschaffen und die „Gong Show“ erfunden. Hier allerdings kreiert er nur einen Flickenteppich aus Filmzitaten und kindischen Peniswitzen, ohne das Potential seiner Figuren wirklich auszuschöpfen.

Dabei geht es um einen fluchbeladenen Leuchtturm samt monströsen Leuchtturmwärter (The Fog), einem langsam besessen und wahnsinnig werdenden Autor (The Shining), diverse Zombies (beliebiger Film), ein Städtchen an der Küste von Oregon (Die Vögel) und zwei Deppen-Profs, die sich beide wie Indiana Jones kleiden (Indiana Jones). Zwischendurch spielt noch eine Irrenanstalt mit (Einer flog über das Kuckucksnest) und ein Exorzismus wird performt (The Exorcist).
Keine Rolle spielen HAIE, speziell WEISSE HAIE, obwohl im Sheriffbüro ein Riesenmodell an der Decke hängt und die Macher tatsächlich Murray Hamilton (den Bürgermeister in „Der weiße Hai“) engagierten, der als Bürgermeister (!!!) tatsächlich seinen umjubelten Satz „Ich werde die Strände nicht schließen lassen!“ wiederholen darf. Und das ist auch schon fast der beste Joke, während die Macher sich sonst an dem ZAZ-Humor (aus „Airplane“) orientieren, ohne dass sich irgendwelche Pointen manifestieren würden.

Das ist sehr schade, denn sie hatten mit Richard Kiel einen beeindruckenden wandernden Seemannskiller, eine wirklich überzeugende Leuchtturm-Location und die übrigen wunderschönen Drehorte in Oregon. Aber anstatt ein wenig Spannung zu erzeugen und mit dem Humor einen Gegensatz zu schaffen, albert man zu sehr mit dem Off-Kommentar des Autors und seiner Geliebten herum oder zieht generell witzige Szenen (der Angriff des Captain Howdy auf die beiden Professoren in der Bibliothek) einfallsarm und schnitttechnisch schwach in die Länge.
Die Tricks schwanken zwischen akzeptabel-mittelprächtig und beschissen, was aber wohl auch am kleinen Budget lag, letztendlich hätte man das Potential der Untoten (die hier seltsamerweise immer nur „Wen interessiert das denn schon?“ intonieren und ansonsten einfach weiterarbeiten) aber nicht verschenken sollen.
Was tatsächlich vorgeht, ist leider nicht immer klar, denn der Geist im Leuchtturm ist beliebig mal stark oder schwach und verlangt immer nach dem Autoren, ohne dass daraus etwas Stringentes wird. Auch werden die inhaltlichen Lücken einfach derart gefüllt, dass die Professorenschwachmaten meistens bemüht an den wichtigen Stellen vorbei blödeln, um dann hinterher doch alles mitbekommen zu haben, wenn es nötig wird.

So ist „Hysterical“ ein Musterbeispiel dafür, wie man mit schlechtem Timing und miesem Schnitt, mäßiges, aber generell vielversprechendes Material vergeigen kann. Außer natürlich, man steht auf diverse leicht infantile Jokes und plattes Zitatekino. Immerhin bekommt Fritz einmal von Dracula in Fledermausgestalt einen geblasen. Immerhin! (4/10)

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