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Wenn Chevy Chase und Dan Aykroyd gemeinsam in einem offenkundigen Horrorfilm mitwirken, dürfte dies insbesondere das reifere Publikum ansprechen. Da der Schöpfer der Chose jedoch R.L. Stine ist, der vor allem mit seinen jugendlichen Geschichten „Gänsehaut“ populär wurde, stellt sich rasch Ernüchterung bezüglich der Zielgruppe ein.

Der kleine Vorort Carvertown wurde einst nach dem legendären Horrorregisseur Carver (Aykroyd) benannt, der sich allerdings vor 30 Jahren aus dem Filmgeschäft zurückzog. Nun, kurz vor Halloween, soll seine neue Produktion im örtlichen Kino Premiere haben, doch Filmvorführer Mike (Marlon Kazadi) spielt ihn heimlich seinem Love Interest Amy (Madi Monroe) vor, woraufhin ein alter Fluch nahezu sämtliche Bewohner in zombieartige Seelensauger verwandelt…

„Gänsehaut“ punktete mit seinen Kurzgeschichten immer dann, wenn Außenseiter auf garstige Umstände trafen und diese letztlich zu ihren eigenen Gunsten umformten. Das Prinzip ist hier ähnlich, doch die eigentliche Geschichte erfährt kaum einen nachvollziehbaren Hintergrund, noch werden der Fluch und die Seelensauger erklärt. Stattdessen steigt man mit alten Filmausschnitten und Fake Trailern ein, welche zwar einen Hauch von Nostalgie versprühen, jedoch auch über Gebühr dilettantisch in Szene gesetzt sind.

Immerhin wird man einigermaßen mit den Heldenduo war, obgleich die Chemie zwischen den beiden nicht sonderlich hervorsticht. Nebenfiguren gehen demgegenüber völlig unter, was in Anbetracht möglicher Situationskomik eine verspielte Chance ist, zumal ein Chevy Chase als Archäologe beim Film im Film mitwirkt, dabei jedoch allenfalls eine Minute zu sehen ist.
Auch Aykroyd mischt erst im letzten Drittel aktiv mit und erhält immerhin ein wenig mehr Screentime.

Es ist beinahe müßig zu erwähnen, dass die Zombies zwar weitgehend zweckdienlich geschminkt sind, jedoch zu keiner Zeit beherzt zubeißen und entsprechend kein einziger Tropfen Blut fließt. Bei Annäherungen strömt lediglich helles Licht aus Augen und Mund, wonach sich Individuen ebenfalls in Untote verwandeln. Eine Massenszene im Kino verströmt noch ansatzweise ein wenig Atmosphäre, ansonsten reicht die karge Halloween-Ausstattung des Ortes beileibe nicht aus, um Gruselstimmung zu verströmen.

Leider vermag auch der Score keine Akzente zu setzen, gleiches gilt für sämtliche Mimen, die entweder für Nichtigkeiten verheizt werden, oder, wie die beiden Hauptdarsteller nicht genügend Charisma verströmen. Trotz nur weniger Atempausen und passablen Erzähltempos stellt sich zu keiner Zeit Spannung ein und der vermeintliche Wettlauf mit der Zeit wird erst gar nicht als solcher wahrgenommen.

So reißerisch der Titel auch in eine eindeutige Richtung verweisen könnte, so harmlos und uninspiriert gestaltet sich letztlich die altbackene Geschichte ohne Kniffe und Humor, denn Anflüge dessen verpuffen nahezu komplett und selbst eine Anspielung auf „Ghostbusters“ wirkt furchtbar erzwungen.
Da dürfte die anberaumte Zielgruppe Jugendlicher mehrheitlich gelangweilt abwinken, alle anderen werden selbst mit viel Wohlwollen nur leidlich unterhalten.
3,5 von 10
 



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