kurz angerissen*
Trotz übernatürlicher Motive gehorcht vieles in "Superstition" schon den nicht immer ganz logischen Regeln des aufkeimenden Slasherfilms, der später über die 80er herrschen würde. So ist der Täter zwar nicht hinter einer Maske verborgen, aber immerhin hinter dem Schnitt, der meist nur den flüchtigen Blick auf eine ledrig-schwarze Hand erlaubt, wenn überhaupt. Mit steter Zuverlässigkeit und flacher Spannungskurve segnet außerdem eine Figur nach der anderen aufs Explotativste das Zeitliche, wobei James W. Roberson mit den auf Kreativität bedachten Tötungsszenen keine Zeit verliert und bereits nach rund 20 Minuten drei Opfer gefunden hat, die in Final-Destination-Manier ihr überraschendes Ende finden, mal besser getrickst (Kreissäge), mal schlechter (Mikrowelle).
Die verhältnismäßig schnell feuernde Bodycount-Rate ist dann auch notwendig, damit man über die gerade anfangs spröde Regieführung hinwegsehen kann. Das augenscheinlich besessene Haus am See müsste eigentlich fotogener sein als es in diesem Film erscheint; erst später kommt die Kamera mit stimmungsvolleren Bildern um die Ecke, dem Blick abwärts in den überladenen Keller beispielsweise und auch sonst überwiegend mit Shots auf beengte Hausflure und über Treppengeländer. Übernatürliches wird natürlich vor allem durch die nichtmenschliche, geheimnisvoll-verborgene Erscheinung der Hexe ins Spiel gebracht, wobei vor allem das Auftauchen eines unbekannten kleinen Mädchens im weißen Kleid Unbehagen bereitet, das in einer Fiebertraumszene im Gegenlicht mit Weichzeichner gefilmt sogar Grusel erzeugt.
Seine Zähne ausbeißen kann sich das gepeinigte Wesen aus dem Mittelalter an einer bunten Mischung; weder Kinder noch Alte und schon gar nicht Teenager sind vor den Attacken gefeit. Daraus resultiert konsequenterweise dann auch ein Gefühl permanenter Anspannung. Trotz der durchschaubaren Abfolge von Todesszenen: Wenn man nicht weiß, wen es trifft, wann und wodurch, kann sich selbst ein vergleichsweise billig abgekurbeltes Machwerk wie dieses aufrichtige Spannung erkaufen. Etwaige zusätzliche Versuche, Familiendynamiken in die Extremsituation einzuflechten (beispielsweise durch den Alkoholismus des Vaters) fallen dann eher gering aus, sind aber immerhin anerkennenswert.
Insofern eine dieser vergessenen Genreperlen, die sich nicht etwa durch gelungene Produktionswerte eine Wiederentdeckung verdient haben, sondern allenfalls durch ihre Beharrlichkeit und Konsequenz.
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