Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob eine Billigschmiede wie Asylum ein britisches Pendant benötigt. Oder ob es erstrebenswert ist, noch mehr Katastrophenfilme mit schlechten Effekten hervorzubringen, welche lediglich Trashfreunde unterhalten können. Immerhin ist dem Regieduo Scott Chambers und Rhys Frake-Waterfield eines gelungen: Ihr Werk riecht verdammt stark nach Asylum.
Ein vierköpfiges Meteorologenteam um Dr. Devlin und Praktikantin Anna hat eine Sonde entwickelt, mit der man einen Tornado beeinflussen kann. Doch die in den Kinderschuhen steckende Technik bringt ungeahnte Tücken mit sich: Der Tornado wird größer, unberechenbar und fängt sogar Feuer…
Was ein wenig nach Sharknado klingt, ist in Form eines Feuertornados ein reales, wenn auch selten zu beobachtendes Phänomen, welches glücklicherweise kaum kilometerweit durch die Lande zieht, wie man es uns hier verkaufen will. Die Geschichte drückt zwar früh aufs Tempo, verwirrt jedoch zunächst mit Figuren eines Nebenhandlungsstranges: Drei Gangster wollen die Gunst der Tornadostunde nutzen, um einen Geldwäscher um den Zaster zu erleichtern.
Während also die Wetterfrösche versuchen, Menschen in den betroffenen Häusern zu warnen und anbei der Spur des Tornados folgen, bereitet sich das Gangstertrio relativ spontan auf einen Raub vor, der natürlich nicht ohne Probleme vonstatten geht. Dies ist gleichermaßen eine Möglichkeit, den Tornado phasenweise außer Acht zu lassen, denn allzu viel Geld stand der Produktion augenscheinlich nicht zur Verfügung und eine Bedrohung für Städte oder gar Metropolen findet gar nicht erst statt.
Zwar ist der Tornado, später im Kontext mit Feuer einigermaßen glaubhaft in Szene gesetzt, doch dafür hapert es an anderer Stelle massiv. Greenscreen während einer Autofahrt aus dem Seitenfenster passt bei kontrastreicher Landschaft mit Sonnenschein rein gar nicht zum düsteren Tornadowetter, welches von den leicht überstrapazierten Luftaufnahmen eingefangen wurde. Zerstörungsorgien bleiben aus und es gibt auch nur deshalb einige wenige Opfer, weil diese sich entsprechend lange wundern, bevor sie sich entschließen, vielleicht doch besser wegzulaufen.
So treffen dünne Figurenzeichnungen auf eher schwache Darsteller und noch schwächere Dialoge, wobei die Gangster partiell mehr vor Ärger brüllen, als sich verständlich zu artikulieren. Der Score treibt immerhin passabel an und der Schnitt erfüllt während der Temposzenen seinen Zweck, doch leider wird während des Showdowns der Rotfilter über Gebühr bemüht, da der Feuertornado ja alle Zeit der Welt hat, sich kilometerweit im voraus anzukündigen.
Es setzt also schon ein Faible für billigen Murks voraus, um dieser Mischung aus Sci Fi, Action und Thriller etwas abzugewinnen. Das nahezu konstant hohe Tempo und viel Bewegung täuschen nicht über technische Unzulänglichkeiten und eine dünne Story hinweg, die trotz kurzer Laufzeit von 79 Minuten zwar okay unterhalten, jedoch wenig Spannung und noch weniger Spezialeffekte beisteuern.
4 von 10