Review

Einige Menschen mit schauspielerischem Hintergrund nehmen erst spät auf dem Regiestuhl Platz und erfahren erst hier ihre wahre Profession, wie etwa ein Clint Eastwood. Der 1953 geborene Dave Bresnahan drehte mit vorliegendem Kriegsfilm sein erstes abendfüllendes Werk, dem angesichts des eher überschaubaren Budgets zumindest handwerklich nicht viel anzukreiden ist.

1942: Sam Byrne ist ein Farmjunge aus Wyoming, der seinen Vater stolz machen möchte, im Krieg zu dienen. Nach der Ausbildung wird er Teil einer Spezialeinheit, die im ländlichen Italien gegen die Deutschen operiert. Doch im Zuge diverser Kampfhandlungen hinterfragt Sam zunehmend den Sinn des Tötens…

Der Stoff basiert vage auf den Briefen, die Sam an seine Eltern und der Liaison Grace schickte, welche er erst in den 60ern ehelichte. Darin wird er jedoch kaum Details über Kampfhandlungen und Taktiken, seiner Ausbildung oder den Kameraden preisgegeben haben, weshalb diese Parts der Fantasie des Autors Bresnahan überlassen waren.

Die Geschichte ist, ähnlich wie „Full Metal Jacket“ in zwei Teile aufgeteilt: Ausbildung und Einsatz. Zwar lernt man während des ersten Parts einiges an Kniffen durch die Ausbilder kennen, doch Sam selbst bleibt dabei verhältnismäßig blass und auch seine Kameraden erhalten kaum markante Merkmale. Der komplett humorfreie Stoff zieht sich und die eigentliche Härte der Ausbildung mit deutlichem Schlafmangel wirkt unterm Strich eher weichgespült. Hier herrscht durchweg Harmonie im Team, während der überambitionierte Score eine heroische Melodie nach der anderen einwirft.

Mit Einsatz der Kampfhandlungen kommt allerdings auch kaum Spannung auf. Hier mangelt es weitgehend an Dynamik, vom Feind ist nur selten etwas zu sehen und teilweise kann nur vermutet werden, dass jener soeben eliminiert wurde. Einige Momente des Anpirschens sind immerhin mit einem tauglichen Timing ausgestattet, doch in Sachen Gewalt und Blutvergießen hält sich das Treiben auffallend zurück.

In Sachen Tiefgang gesellen sich im finalen Akt noch moralische Fragen hinzu, welche aus der Zermürbtheit der vergangenen Monaten resultieren und sich primär mit dem Sinn des Tötens beschäftigen, weshalb die Einheit gegen Showdown zu einer neuen Taktik übergeht, die immerhin einen Hauch Menschlichkeit verströmt. Aber auch hier fischt man dramaturgisch im Trüben, da im Hintergrund keine klar definierte Mission offenkundig wird.

Somit zeichnet sich der Streifen letztlich durch keine Besonderheit aus, die sich vom Wulst diverser Kriegsfilme hervorhebt. Schwache Figurenzeichnungen, allenfalls brauchbare Performances und schwach inszenierte Action zeugen ebenfalls nicht von Herzblut, sondern eher von einer tauglichen Idee, aus der nichts gemacht wurde.
4 von 10

Details
Ähnliche Filme