Father Javier ist ein exkommunizierter Priester, der Dämonen jagt – mit Bibel, Feuer und Schrotflinte. Zwischen Exorzismus und Selbstjustiz verschwimmen dabei zunehmend die Grenzen zwischen Gut und Böse sowie zwischen Mensch und Monster. Als er sich einer besonders mächtigen Besessenheit stellen muss, droht er selbst daran zu zerbrechen.
Deus Irae – ein brutaler, scheinbar unbesiegbarer Gegner – erwartet ihn bereits. Unterstützung bekommt Javier von zwei ebenfalls recht eigenwilligen Gestalten, die es trotz ihrer Priesterschaft mit den Gepflogenheiten der Kirche nicht allzu genau nehmen und eher unorthodox zu Werke gehen.
Unorthodox ist allerdings auch der Film selbst, denn eine klassische, stringente Handlung gibt es hier nicht. Immer wieder wird man durch Rückblenden aus der Gegenwart gerissen, sodass es nicht ganz leicht ist, dem Geschehen zu folgen. Dazu kommen zahlreiche verzerrte Bilder und Erinnerungsschnipsel, die ständig eingestreut werden.
Die Argentinier haben in den letzten Jahren ohnehin einiges zum Horror-Genre beigetragen – meistens Filme, in denen nicht gerade zimperlich vorgegangen wird. So auch hier, denn der Blutzoll und einige Ekelszenen sind schon ziemlich heftig. Im Internet wird der Streifen daher gerne mit Filmen der sogenannten „neuen französischen Härte“ verglichen.
Die Schauspieler machen ihre Sache ordentlich und auch die Effekte können sich durchaus sehen lassen. Allerdings ist die ungewöhnliche Abfolge der Szenen für den normalen Zuschauer schon etwas gewöhnungsbedürftig.
Die Synchronisation ist gelungen und auch die Kameraführung – mit teilweise eingestreuten Zeitlupen – weiß zu überzeugen.
Fazit: Deutlich näher an Cronenberg als an Wan angesiedelt, ist DEUS IRAE ein recht abgedrehter Horrorstreifen, bei dem ordentlich Blut fließt. Die ungewöhnliche Erzählweise dürfte allerdings für viele Horror-Fans zunächst etwas befremdlich wirken. Wer sich darauf einlässt, findet hier aber durchaus ein paar reizvolle Momente.