Pupi Avati gelang mit „Zeder“ ein Horrorfilm, der ohne Blutvergießen oder andere Greueltaten auskommt, wie man sie doch sonst aus italienischen Horrorfilmen kennt.
In einem Haus in Frankreich ist ein Mord geschehen. Zwei Polizisten bleiben über Nacht in dem Haus. Mit der Tochter des Hauses erkunden sie den Keller und finden ein Grab mit Knochen. Von da an beginnt der Terror im Haus.
Orts- und Szenewechsel: Der junge Schriftsteller Stefano bekommt von seiner Frau Alessandra eine alte Schreibmaschine geschenkt. Schon nach kurzer Zeit ist das Farbband der Maschine leer. Auf dem Farbband entdeckt Stefano durch Zufall die Geschichte über einen toten Priester Namens Paolo Zeder. Dieser behauptete, dass es gewisse Orte gibt, so genannte K-Zonen, in denen u.a. Zeit keine Rolle spielt und dort die Toten wieder zum Leben erweckt werden können.
Stefano ist völlig begeistert von der Geschichte und macht sich mit seiner Frau auf der Suche nach einem Priester, Luigi Costa, der angeblich mehr über die Geschichte um Zeder weiß. Stefano begegnet auch Costa, doch dieser macht ihm schnell klar, dass dies alles Unsinn ist. Als Stefano bemerkt, dass er u.a. das Farbband bei Costa vergessen hat, will er es zurückholen. Doch dort erklärt man ihm, dass Costa seit vielen Jahren nicht mehr hier war.
Stefano macht sich nun auf die Suche nach Costa uns stößt auf ein schreckliches Geheimnis. Zeders Theorie ist alles andere als unwahr...
Zunächst wird einem der geniale Score von Riz Ortolani um die Ohren gehauen. Der Score setzt sich sofort als Ohrwurm im Gedächtnis fest und kommt im Laufe des Films noch öfter vor.
Pupi Avati ist wahrlich ein Horror- und Gruselfilm gelungen, der es nicht nötig hat, sich durch gorige Effekte nach vorne zu bringen. Avati baut langsam Spannung auf und lässt den Zuschauer bis zum Ende des Films in Dunklen, was überhaupt los ist. Oft wendet sich die Story und immer wenn man meint, jetzt passiert was oder man lüftet das Geheimnis, lässt uns Avati weiter zappeln. Gegen Ende hält man es kaum aus und Avati gelingt es, die Spannung wirklich auf die Spitze zu treiben. Dass das Ende Horror und Terror pur ist, muss wohl kaum gesagt werden.
Dazu kommt eine exzellente Kameraarbeit und natürlich der Score, der schon für die eine oder andere Gänsehaut gut ist.
Avati baut die Story sehr langsam auf, was dem einen oder anderen sicherlich nicht gefallen wird. Aber der Film ist eh nichts für Gorehounds, da Avati trotz der Zombiethematik auf blutige Effekte verzichtet und diese ganz selten zum Einsatz kommen. Blutige Effekte hätten dem Film aber auch nicht gut getan.
Die Schauspieler, eigentlich alle relativ unbekannt, überzeugen. Auch dadurch „wirkt“ der Film so gut.
Und Anne Canaova, die Darstellerin von Alessandra, sieht einfach nur verdammt gut aus.
Trotzdem verdankt man es gerade der überaus genialen Story und der außerordentlichen Kameraarbeit von Pupi Avati, das der Film so überzeugt.
Nur wie gesagt, man sollte schon Filme dieser Art mögen, sonst wird man sich eventuell langweilen.
Obwohl man teilweise das Ende vorhersehen kann, schockt es doch dermaßen und lässt einem einen Schauer über den Rücken laufen. Man hält in der Tat den Atem an, wenn Stefano quasi das Geheimnis lüftet. Auch hier spielt Avati seine Trümpfe, insbesondere mit Musik und anderen Effekten, aus.
Besonders ansprechen muss man in diesem Fall wieder einmal den wirklich genialen Score von Altmeister Riz Ortolani, zusammen mit Goblin und natürlich auch Ennio Morricone, ist Ortolani als Komponist nicht mehr wegzudenken. Wie auch bei den Filmen von Dario Argento lebt auch "Zeder" von seiner genialen Musik.
Ein Lob muss noch an die italienische DVD gehen. Was Fox uns hier präsentiert, ist schon der Hammer. Teilweise sieht Zeder so aus, als hätte man den Film erst vor einem Jahr gedreht. Auch die gelungene italienische DVD sorgt dafür, dass sich sowohl optisch als auch akustisch der Horror einstellt.
Fazit: Horror vom allerfeinsten. Pupi Avati gelingt es, den Zuschauer mit seiner Story zu fesseln und gegen Ende wird man ziemlich unruhig, da die Spannung einen nicht mehr los lässt. Wem der italienische Horrorfilm sonst zu billig und zu blutig ist, sollte hier mal reinschauen, es loht sich!