Review

Anti-Kneippbad 

Ehrlich gesagt wäre „Night Swim“ fast in meiner Most Wanted-Liste des Jahres gelandet. Irgendetwas hat mich an der Grundidee, dem Poster und Trailern getriggert zu glauben, dass es sich hier um mehr als nur den üblichen, eher suboptimalen „Januarhorrorfilm“ handeln könnte. Ob der Film diese kleine Hoffnung halten kann? Es geht um eine vierköpfige Familie, die in ein neues Haus samt großen Pool zieht. Nach kurzen Sanierungsmaßnahmen erstrahlt dieser auch wieder in verführerischem Licht und verspricht einen Sommer voll einladender Abkühlung. Doch der Pool hat eine dunkle Vergangenheit und schon einige Opfer gefordert…

Pool Party gone wrong

Um die obige Frage zu beantworten: nein, „Night Swim“ sticht leider nicht aus dem (im besten Fall!) sehr durchwachsenen Wust der Januarschocker heraus. Das Intro ist noch einigermaßen spannend, es gibt Parallelen und Reminiszenzen von „Jaws“ über J-Horror bis „It Follows“, die Prämisse hätte durchaus das Zeug dazu gehabt nächtliche, einsame Badeausflüge auf ewig zu vermiesen. Und doch kann sich die gesamte Produktion in all ihren Facetten nie absetzen, nie profilieren, nie entscheiden ob man jetzt halbwegs vollwertiges Familiendrama oder Horrorschocker für Teens sein will. Dabei machen die Darsteller wenig falsch, sogar die jungen. Dabei ist das Kreaturendesign durchaus intensiv. Und dabei gibt’s einige wirklich atmosphärische Shots über, auf und unter der Wasseroberfläche. Dennoch ist das alles schon in einem Trailer schnell verbraten, dennoch reicht das nicht um über anderthalb Stunden zu fesseln, dennoch bleibt's lediglich bei Füllmaterial. Nicht schmissig, nicht bissig genug. 

Abwassermity Horror

Fazit: eher seichtes Gruselgeplätscher… „Night Swim“ lädt nicht gerade zu einer Mitternachtsabkühlung ein. Wenige Highlights zeigen leider umso ärgerlicher, wo es im besten Fall hätte hingehen können. So bleibt nur Durchschnitt. Wenn überhaupt. Immerhin hochwertig und ansehnlich. 

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