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Für den Endzeitfilm im kleinen Rahmen benötigt es gar nicht so viel: Eine Handvoll Figuren, ein isolierter Schauplatz und ein paar Requisiten als Grundlage. Etwas Background im Kampf ums Überleben wäre natürlich zweckdienlich, wobei der eigentliche Auslöser der Katastrophe nicht so entscheidend ist, wie der Hintergrund der handelnden Figuren. Doch selbst hier versagt die Erzählung in einigen essenziellen Punkten.

Verunreinigtes Trinkwasser führte in Teilen der USA zum Ausbruch einer verheerenden Seuche, einige Gebiete wurden durch Mauern isoliert. Joe, Ethan und ihre beiden Kinder kämpfen in der nördlichen Wildnis ums Überleben, als drei bewaffnete Fremde bei ihrer Behausung auftauchen und offenbar auf Genugtuung aus sind…

Die verschneite weitläufige Waldlandschaft bietet immerhin einen tauglichen Ausgangspunkt für die isolierte Situation der Familie und recht früh machen Vater und Sohn Bekanntschaft mit einer verseuchten Gestalt, die sich wie ein rasender Zombie verhält. Zwischen Erstgenannten herrscht ein inniges Verhältnis, während ein paar Flashbacks zuviel von einer unbeschwerten Zeit des Paares und später mit den Kindern zeugen.

Mit Eindringen der Fremden ergibt sich eine Variante von Home Invasion, bei der die Machtverhältnisse jedoch rasch gewechselt werden. Und es kommt zu Verhaltensweisen, die einfach nur ärgern: Während die Mutter die ältere Bitch bereits an den Händen fixierte und ihr eine Waffe vorhält, provoziert diese mit Gewalteinwirkung auf eine Nebenfigur. Anstatt einfach beherzt mit einer Latte oder ähnlichem zuzuschlagen, zögert sie unverständlicherweise. Nicht die letzte Aktion, die Kopfschütteln verursacht.

Auch das Aufteilen in zwei parallel ablaufende Handlungsstränge erweist sich als hinderlich, da hier aufkeimende Spannung immer wieder ausgebremst wird und sich die Stränge rein gar nicht ergänzen. Es fehlt die garstige Komponente, die in gesetzlosen Zeiten beinahe obligatorisch scheint, während lange Zeit rein gar keine Action zu verzeichnen ist, da die Infizierten phasenweise gar nicht erst zu sehen sind.

Zugute halten kann man dem Stoff die versierten Mimen, - Hauptdarsteller Jason Tobias fungierte gleichzeitig als Co-Autor und Regiedebütant und den einfühlsam arrangierten Score, der nie drüber ist. Doch darüber hinaus mangelt es der ohnehin schon simplen Geschichte an Kniffen, an Tiefe sowieso und folgerichtig auch an etwaigen Überraschungen. Die rar gesäten Gewalteinlagen zeugen von schwacher CGI und am Ende fühlt sich die Laufzeit von rund 100 Minuten deutlich länger an, weil sich schlicht zu wenig Gehaltvolles ereignet.
3,5 von 10



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