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Das Langfilmdebüt von Zelda Williams (Tochter von Robin) lässt sich irgendwo zwischen Komödie, Horror und Coming-of-Age einordnen. Während die Prämisse frappierend an die Zombiekomödie „Warm Bodies“ erinnert, tendiert die Umsetzung phasenweise in Richtung Tim Burton, während der Look der 80er zumindest ein wenig von den inhaltlichen Defiziten ablenkt.

1989: Lisa (Kathryn Newton) ist nach dem Mord an ihrer Mutter ein Außenseiter an der High School und verbringt lieber Zeit auf dem Friedhof als auf Partys. Nach einer Gewitternacht wird der Körper eines verstorbenen viktorianischen Gentleman (Cole Sprouse) zum Leben erweckt, der Lisa daheim aufsucht. Nach anfänglicher Abscheu hilft sie der Kreatur, einige fehlende Körperteile zu beschaffen…

Der Einstieg mit Scherenschnitt in Zeichentrickform ist recht knuffig ausgefallen und auch die Zeit der späten Achtziger ist rasch etabliert. Demgegenüber fallen die Figurenzeichnungen weitgehend stereotyp aus, vor allem die Familie repräsentiert mit dem desinteressierten Vater und der schreckschraubenhaften Stiefmutter lediglich gängige Klischees. Während es in Lisas Alltag zumindest noch ein vages Love Interest gibt, gibt es eigentlich keinen Grund, warum sich die junge Dame der nahezu stummen Kreatur widmen und sie vor der Außenwelt verstecken sollte.

Dies ist zwar zuweilen mit vager Situationskomik versehen und die einseitigen Gespräche zwischen Lisa und der Kreatur gehen nicht ohne leichten Wortwitz vonstatten, doch so richtig schräge Gags oder völlig überdrehte Situationen sucht man vergebens. Auch wirkt der Einsatz der wenigen Gewalteinlagen arg weichgespült, obgleich zwischenzeitlich eine Axt zweckentfremdet wird. Es bleibt alles zu harmlos.

Darunter leidet gleichermaßen die Dramaturgie der Geschichte, die zu keiner Zeit Überraschungen parat hält oder gar Suspense einfließen lässt. Nach deutlich zu langem Vorspiel gestalten sich die Vorgänge durchweg erahnbar und lediglich die Entwicklung der ursprünglich wie ein Monster anmutenden Leiche ist nicht nur äußerlich interessant zu beobachten. Doch auch hier lässt sich allenfalls erahnen, warum der Untote immer menschlichere Züge annimmt.

Die Musik und die Auswahl an Songs ist immerhin angemessen und mit der Besetzung, vor allem der beiden Hauptfiguren ist ein deutlicher Pluspunkt zu verzeichnen. Newton, die irgendwo zwischen Madonna und Cyndie Lauper schwankt, nimmt man die Überdrehtheit ihrer Figur jederzeit ab, während das zurückhaltende Spiel von Sprouse den einen oder anderen Schmunzler zutage fördert.

Von denen hätte es unterm Strich allerdings mehr bedurft, denn wirklich mutig gestaltet sich die Mixtur nicht, da helfen auch einige Referenzen von „Nosferatu“ über „Schrecken vom Amazonas“ bis hin zu „Zombie 2“ nur bedingt. Ein gewisser Sympathiefaktor rettet die Chose letztlich ein wenig, die sich ansonsten zu banal und lahm gestaltet.
Knapp
5 von 10

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