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Außenseiterin Lisa hängt am liebsten mit einem guten Buch auf alten Friedhöfen rum, schreibt morbide Gedichte und steht auf Bauhaus und The Cure. Da überrascht es sie nur so mittel, als eines Nachts ein lebender Leichnam vor ihrer Tür steht, auf dessen Grab sie sich bevorzugt niedergelassen hatte. Mithilfe einer defekten Sonnenbank und ein paar frischen Körperteilen macht sie den offenbar schwer romantisch veranlagten Zombie zu ihrem Best Buddy. 

Drehbuchautorin Diablo Codys (JUNO) Vorliebe für John Hughes‘ Highschool-Komödien ist auch hier wieder unübersehbar. Der Film spielt 1989 und ist liebevoll aus Motiven von WEIRD SCIENCE, PRETTY IN PINK und EDWARD SCISSORHANDS zusammengesetzt. Die Hommage ist spot-on, Kathryn Newton (FREAKY, QUANTUMANIA) ist liebenswert crazy und könnte glatt als Tochter von Helena Bonham Carter und Madonna durchgehen, Cole Sprouse liefert als „The Creature“ eine herrliche wortlose Performance irgendwo zwischen Johnny Depp und Buster Keaton ab. 

Doch der Film will leider nicht so richtig funktionieren, erschwert mit seiner knallbunten zitatwütigen Meta-Machart den emotionalen Zugang, dreht allerdings auch nie wirklich auf. Wenn Alternative-Girl Lisa, die ihren Zombieboy in ihre Joy Division-Shirts kleidet, später zu einer REO Speedwagon Ballade schmachtet, ist das ein klares Zeichen dafür, dass wir es hier lediglich mit Retro-Schablonen zu tun haben, nicht mit Charakteren. 

So vermittelt der Film von Regiedebutantin Zelda (Tochter von Robin) Williams einen ziemlich unausgegorenen Eindruck – wie auch schon Diablo Codys erster Ausflug ins Genre der Horrorfarce JENNIFER‘S BODY. Das ist schade, sind Codys Skripte doch immer interessant – aber vielleicht ist Horror doch einfach nicht ihr Genre.


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