1989: Die schräge Teenie-Braut Lisa Swallows ist unter den Schülern ihrer High School 'ne Außenseiterin, seit ihre Mutter vor zwei Jahren von einem Axtmörder gekillt wurde, und hängt darum statt auf Partys auch lieber auf dem verwitterten Friedhof ihrer Kleinstadt ab. Während eines Sturms schlägt ein Kugelblitz in das von ihr besonders gehegte und gepflegte Grab eines im Jahr 1837 verstorbenen jungen Mannes ein, dessen modriger Leichnam dadurch reanimiert wird und zu Lisas Haus wankt, die ihn nach dem ersten Schock erstmal unter die Dusche stellt und anschließend im Kleiderschrank ihres Zimmers versteckt. Nachdem der Zombie Lisas verhasste Stiefmutter Janet um die Ecke bringt und sich das Ohr der Toten annähen lässt, kommt Lisa auf die Idee, für ihren vermoderten Boyfriend noch ein paar weitere Mordopfer herbeizuschaffen, um dessen restlichen fehlende Körperteile auch noch zu ersetzen... Ganz so schlimm wie der letzte Ausflug von Drehbuch-Oscar-Preisträgerin Diablo Cody in pseudo-lustige Genre-Gefilde "Jennifer's Body - Jungs nach ihrem Geschmack" - der damals zu seinem Kino-Start übrigens von Kritik und Publikum schon ganz korrekt als ziemlicher Scheissdreck eingeschätzt wurde und anderthalb Dekaden später aus irgendeinem Grund nun plötzlich ein verkannter Kultfilm sein soll (hallo, was geht?!?) - ist "Lisa Frankenstein" ja jetzt nicht unbedingt, aber mehr als eine mittelmäßige Horror-Comedy im poppigen 80s-Neon-Look und mit argem Gag-Defizit ist wirklich nicht dabei herausgekommen. Dass die Angelegenheit sowohl was die Geschichte an sich, das Outfit der Titel-Figur und natürlich vor allem die Optik anbelangt ziemlich heftig in Richtung eines Tim Burton schielt, geht da zwar sicherlich eher auf die Kappe von Regisseurin Zelda Williams, wirkt im Ergebnis aber selbst im Vergleich zu dessen schwächeren Arbeiten wie etwa "Dark Shadows" nur wie eine billige Kopie und sorgt mitnichten dafür, dass man diesen lauen Streifen noch in irgendeiner Form als originell empfindet. Den kleinsten Hauch von morbidem Flair, wie man es aufgrund der Thematik da eigentlich erwarten könnte, sucht man hier in Hinsicht auf die jugendliche Zielgruppe echt vergebens... und für ältere Semester, die die Pubertät schon lange hinter sich haben und keinen Wert auf Teenie-Herzschmerz und oberflächliches Coming-of-Age-Gedöns legen, dürfte "Lisa Frankenstein" dann auch hart an der Grenze zum kompletten Vollflop kratzen. Nun ja. Ein klein wenig herausreißen tut es da für einen eigentlich nur Hauptdarstellerin Kathryn Newton in der Titel-Rolle, die durchaus Charme und Ausstrahlung hat und der man so allmählich auch mal 'nen Auftritt in einem guten Film gönnen würde. Als für das heutige Teenager-Publikum aufbereitete "Frankenstein"-Variante fällt "Lisa Frankenstein" allerdings ebenso flach wie der 2013er-"Warm Bodies" als Zombie-Romanze im "Twilight"-Fahrwasser und Diablo Cody sei abschließend als Ratschlag noch ans Herz gelegt, in Zukunft vielleicht doch lieber die Finger von den Genre-Stoffen zu lassen. Fazit: "Return of the Living Dead 3" lacht dich aus, Lisa!
5/10