Review

Nachdem sich Don ’The Dragon’ Wilson für Roger Cormans Schmiede New Horizons bereits durch zwei Folgen „Bloodfist“ geschlagen und getreten hatte, so spendierte sie ihm mit „Futurekick“ die Hauptrolle in einem Sci-Fi-Actioner.
Vom Szenario her geht es sehr in Richtung Cyberpunk, wie bereits die Einführung klar macht. Die Erde ist in der Hand großer Konzerne, in den Schluchten riesiger Megastädte herrschen Schmutz und Verbrechen. Cyborgordnungshüter, so genannte Cyberons, wurden kurzfristig eingesetzt, werden mittlerweile aber von der Konzernpolizei gejagt. Kein Wunder, dass sich die Menschen, die es sich leisten konnten, auf den Mond verzogen haben, der mittlerweile kolonisiert ist. Erinnert etwas an „Total Recall“, dort war’s eben der Mars, der kurz vor dem Entstehen von „Futurekick“ ordentlich Kasse machte.
Auf dem Mond lebt auch Howard Morgan (Jeff Pomerantz), Entwickler von Virtual Reality Programmen und Ehemann von Nancy (Meg Foster). Er muss geschäftlich zur Erde, stößt aber in Verbindung mit seiner Arbeit auf unehrliche Konzernmachenschaften. Er will Walker (Don ’The Dragon’ Wilson), den letzten verbliebenen Cyberon, zu seinem Schutz engagieren, wird jedoch kurz zuvor ermordet. Allerdings lässt sich „Futurekick“ viel Zeit dabei und kommt erst spät in die Hufe.

Nancy reist dem Gatten nach, um mehr über den Mord zu erfahren, wobei sie auch auf Walker trifft. Trotz anfänglicher Weigerungen beschließt Walker Nancy bei der Mördersuche zu helfen...
Man mag es kaum glauben, aber für Corman-Verhältnisse kann man „Futurekick“ bereits als aufwändig bezeichnen. Die Sets sind mit einigen Accessoires gestaltet, die Modelltricks recht gelungen und auch die sonstigen Effekte für ein B-Movie von 1991 wirklich gelungen. Tatsächlich gehört „Futurekick“ zu jenen düsteren Cyberpunkstreifen der Low Budget Klasse, die noch ein stimmiges Flair aufbauen, sodass man auch diverse Anleihen bei stilprägenden Filmen wie „Blade Runner“ gern toleriert.
Leider ist „Futurekick“ erzählerisch deutlich schwächer auf der Brust. Mit etwas mehr als 70 Minuten Laufzeit (in der R-Rated Fassung) ist der Film schon reichlich kurz, doch die Exposition ist schon recht ausgewalzt und auch sonst scheint sich der Film wirklich mühen zu müssen, um auf derartige Längen zu kommen: Eine ausgiebige Rückblende zum Schicksal der Cyberons, ein ausgiebig Leute quälender Bösewicht und unnötig langgezogene Fleischbeschau in den Untergrundspelunken der Zukunft zeugen davon. So ist Nancys Suche nach dem Mörder, den der Zuschauer von Anfang an kennt, recht unspannend, auch die Hintermänner sind von Anfang an bekannt und so fehlt es „Futurekick“ an Drive zwischen einzelnen Konfrontationen zwischen Gut und Böse. Dank der kurzen Lauflänge langweilt die Chose zwar nicht, doch Potential wird eindeutig verschwendet. Wenig gelungen ist die Schlusspointe, die sich leicht an „Total Recall“ anlehnt, aber wenig überzeugend wirkt.

Auch die Action kommt leider etwas kurz. In den ersten 30 Minuten darf sich Walker mit etwas größeren Gegnergruppen prügeln, danach geht es nur noch gegen Fiesling Hynes (Eb Lottimer) und dessen Helfer Bang (Chris Penn). Gerade der Showdown könnte definitiv spektakulärer sein, wenngleich die Kloppereien stets ordentlich inszeniert und gelungen choreographiert sind. Zudem weist „Futurekick“ einige derbe Effekte auf, die schon leicht in Richtung des Horror- bzw. Splatterfilms gehen: Herausgetrennte Herzen, platzende Leiber oder abgetrennte Köpfe, wobei diese Szenen nie zu gewollt oder übertrieben brutal wirken.
Don ’The Dragon’ Wilson spielt den Cyberon solide, nie so unbeweglich wie Schwarzenegger seinen Terminator, aber Walker scheint auch Emotionen zu besitzen. Meg Foster schlägt sich ebenfalls OK, Chris Penn muss sich mit einer wenig fordernden Nebenrolle zufrieden geben. Eb Lottimer als Oberbösewicht ist charismatisch, der Rest vom Fest fällt kaum auf. Als Häscher ist auch kurz Eric Lee zu sehen, der die Fights mitchoreographierte.

Schlussendlich kann man „Futurekick“ wirklich viel Atmosphäre attestieren, doch leider bietet er dann an den Stellen, an denen ein gelungener B-Actionfilm etwas auf der Brust haben muss, etwas zu wenig: Der Geschichte fehlt es an Drive und an Action gibt es leider etwas zu wenig zu sehen. Ganz solide, aber es wäre deutlich mehr drin gewesen.

Details
Ähnliche Filme