Review

Benötigt man zu so einem Klassiker ein Prequel? Aus meiner Sicht nicht, aber trotz größeren, anfänglichen Zweifeln kann man „Das erste Omen“ als gelungen bezeichnen. Regisseurin Arkasha Stevenson verzichtet nämlich weitestgehend auf gruseliges 2024er Kino, sondern wählte eine subtile Erzählweise und legte den Wert auf die Atmosphäre. Zudem gefällt mir die Kamera und auch die Darsteller sind wirklich klasse. Es gibt also sehr viel positive Dinge, die den Zuschauer durchgehend bei der Stange halten und die liefern ein unheimliches Flair. Wenn man sich mit der Thematik gar nicht auskennt, hat man sogar Chancen, den Film richtig stark zu finden, da er alleinstehend betrachtet verdammt viel richtig macht. Allerdings macht er auch wahnsinnig viel falsch, wenn man sich mit dem Original gut auskennt. Ein anderes Thema wäre als Regie-Debut für mich die deutlich bessere Wahl gewesen. Am liebsten hätte ich Arkasha Stevenson nämlich mit panisch verzerrtem Gesichtsausdruck „SEINE MUTTER WAR EIN SCHAKAL“ ins Gesicht geschrien, denn wenn man ein Prequel schildern möchte, sollte man auch die echte Vorgeschichte erzählen und nicht irgendeinen völlig anderen Bullshit als Grundlage nehmen, nur um dann trotzdem eine kongeniale Überleitung zum Original herzustellen. Denn das Finale bietet musikalisch wie inhaltlich Gänsehautmomente. So viele, das ich direkt danach das Original wieder eingelegt habe. Was ich ebenfalls seltsam fand, waren diverse Ausstattungsfehler. In der Disco-Sequenz beispielsweise, lief Musik die zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erschienen war. Ob das lediglich ein Fehler war, oder ein „Ist mir egal“ kann ich nicht beurteilen. Es würde aber auch dazu passen, dass man eine Vorgeschichte erzählt, die es so nicht gab. Vielleicht waren diese Dinge den Machern wirklich einfach egal. Mir halt eben nicht. Nur als Randnotiz: Wenn man die beiden Filme dann doch miteinander vergleicht, geht „Das erste Omen“ natürlich schneller unter als die Titanic, aber er ist deutlich stärker als Teil 4 und natürlich auch als dieses völlig nutzlose Remake, welches nur Kunstbanausen und 16-jährige, bei ihrer ersten Horrorerfahrung begeistern konnte. Wenn man also in der Lage ist, sein Wissen um das Original auszuschalten, bekommt man tatsächlich einen sehenswerten Film zu sehen, der richtig stark hätte werden können, wenn man in diesem Stil die richtige Geschichte erzählt hätte.        

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