Review

Fear of the Dark ist einer der miesesten Horrorstreifen der letzten Jahre! Was heißt Horror? Sonntagnachmittags-RTL-Kindergrusel würde das ganze schon eher treffen.

Einleitend sieht man, wie ein 12jähriger Steppke in einer dunklen Scheune einen Baseball-Querschläger zurückholen will, doch seine gemeinen Spielkameraden schließen ihn in der Dunkelheit ein und dunkle Schatten bewegen sich auf ihn zu und OFF - - -
Szenenwechsel: Der coole auch 12jährige Ryan fährt mit dem Skateboard von der Schule nach Hause und begrüßt seine Muddi. Eigentlich nix besonderes - aber man erfährt, dass Ryan panische Angst vor der Dunkelheit hat und deshalb permanent im riesigen Einfamilienhaus Glühbirnen brennen müssen. Wenn Ryan in der Dunkelheit ist kommen nämlich Schattenwesen auf ihn zu und wollen ihn "fressen". Aus Fürsorge zu dem Kind nimmt der Vaddi eine Hypothek auf das Haus auf, um die immensen Stromkosten zahlen zu können und seit Ryans Geburt waren die Eltern auch anscheinend nie mehr abends unterwegs. Ryans großer Bruder Dale hat dafür wenig Verständnis, erklärt sich aber trotzdem gerne bereit, für seinen Bruder den Babysitter zu spielen, damit seine Eltern endlich mal auf eine Party können. So wie die Eltern aus dem Haus sind, fängt urplötzlich ein Gewitter an, dass permanent Stromschwankungen und dadurch ausgelöstes Lichtflackern im Haus erzeugen, was wiederum Panik bei Ryan auslöst. Nach kurzer Zeit (wie kann es anders sein?) fällt das Licht natürlich ganz aus und die beiden Bruder sitzen nur mit Taschenlampen bewaffnet im Haus und lassen das Dunkel über sich hereinbrechen. Das füllt auch den Großteil des Films. Die beiden eiern im Haus rum und hier und da taucht mal für ne halbe Sekunde ein Schatten auf. Nach einer Gewissen Zeit fängt auch Dale an, seinem Bruder zu glauben. Die Schatten, die Ryan sieht manifestieren sich immer mehr zu einer billigen Figur deren aussehen zusammengeklaut ist von Darkman und Freddy Krüger. Eigentlich sieht sie genauso aus, wie Darkman, nur dass sie auch einen Messerhandschuh hat, mit dem sie Ryan real in paar Schnitte auf den Rücken säbelt. Das und 2 Schnitte in Ryans Finger durch eine kurz lebendig Gewordene Actionfigur sind auch schon die einzigen Gewaltszenen im Film und rechtfertigen auf keinen Fall die 16er Freigabe. Später taucht noch Dale's Schwarm auf und schafft es Ryan zum Einschlafen zu bringen. Doch grade wenn die beiden Turteltäubchen anfangen wollen sich "näher kennen zu lernen" kommt Darkman zurück und zerpflückt Ryans Bettdecke. Jetzt wissen alle drei, dass die Schatten real und böse sind und kurz vor Ende fällt Dale dann plötzlich ein, dass ja ein Generator im Keller steht, der alle Probleme lösen kann. Das Finale besteht darin, dass er versucht ihn anzuschmeißen, wobei Ryan ganz neuen Lebensmut und Angstlosigkeit an den Tag legt. Der Generator geht an und das zurückkommende Licht verhindert, dass Dale von schlecht animierten Kakerlaken verspeisen wird. Mami und Papi kommen nach haus und alles ist gut. Dale geht ins Bett macht das Licht aus und Darkman kommt zurück. ABSPANN ---

Der Film hört also mittendrin einfach auf und der Zuschauer sitzt nur da und versucht zu verstehen, welchen Schwachsinn er sich die letzten 1,5 Stunden reingezogen hat. Dass Horrorfilme nicht logisch sein müssen ist klar, aber ein klitzekleines Bisschen Hintergrundinformation und Logik sollte schon vorhanden sein, um den Betrachter zufrieden zu stellen. Es wird im Film überhaupt nicht darauf eingegangen, woher die Schattenwesen kommen, warum sie nur in dem einen Haus und in der Scheune vom Anfang sind, warum sie so böse sind, warum sie nur im Dunkeln kommen, oder warum sie nur Ryan die 12 Jahre belästigt haben und nicht die anderen Familienmitglieder, die ja immer im Dunkeln geschlafen haben, warum sie ausgerechnet in der Nacht auftauchen, wenn die Eltern weggehen und und und. Fragen über Fragen, die offen bleiben und den Film als vollkommenen Blödsinn entlarven. Die 2,5 Schockmomente können auch nicht überzeugen und jeder, der schon mal einen richtig gruseligen Film gesehen hat, kann bei diesem nur Müde lächeln. Die Thematik der Urängste von Kindern, die mit dem Erwachsenwerden verdrängt werden, finde ich durchaus geeignet für einen Gruselfilm, sie wurde hier aber nur stümperhaft umgesetzt. Dieser Film hat überhaupt nichts Eigenes. Alles ist hier und da zusammengeklaut und zusammengebastelt. Hier ein bisschen Poltergeist, da ein wenig Freddy und allerlei Geisterklischees. Dieser Film ist maximal für 10-12 jährige geeignet, die einen seichten Einstieg in die Welt der Grusel- und Horrorfilme suchen, alle anderen sollten die Finger davon lassen - das ist nur rausgeschmissenes Geld.

Details
Ähnliche Filme