Review

Edward leidet an Neurofibromatose und seinem hierdurch deformierten Gesicht. Der Schauspieler unterzieht sich einem neuartigen Eingriff, welcher ihm zwar ein den Schönheitsstandards entsprechendes Gesicht verleiht, aber auch ungeahnte Folgen mit sich bringt.
Und wie sich der von Aaron Schimberg geschriebene und inszenierte Film alldem nähert, macht eine seiner Qualitäten aus. Ohne Bearbeitung der Tränendrüse, dafür nach der Transformation mit etwas bitterem Witz und später auch mit einer gewissen Überspitzung. Und auch davor bleibt der Ton weniger dramatisch als man es ob der Ausgangslage erwarten mag. Dafür zeigt Schimberg lieber die Konsequenzen, von denen man oberflächlich betrachtet bei dem Fortgang nicht ausgeht.

Er kümmert sich dennoch auch um die erwartbaren Versatzstücke, wie dass sich das Äußere leichter als das Innere ändern lässt. Die Tragik, die mit der vermeintlichen Verbesserung einhergeht, zieht sich dann auch durch den Film, was nicht ohne Abnutzungserscheinungen bleibt. Und so unsicher man sich ob der beabsichtigten Tonalität sein kann, so klar wird das spätestens im Finale.
Sebastian Stan liefert mit und ohne „Maske“ und ansprechende Leistung, sofern das Skript ihm hier etwas gibt. Spürbar der Fall beim Thema der Selbstreflexion wenn er auf Oswald trifft. Renate Reinsve und Adam Pearson hinterlassen ebenso einen positiven Eindruck, auch über die Maskenabteilung kann man nicht meckern. Positiv fällt der Score von Umberto Smerilli auf, der mit einem gelungenen Hauptthema aufwartet.

„Take yours off!“

Abseits der Wahrnehmung von außen gilt es erst einmal, mit sich selbst klarzukommen. Aaron Schimberg reißt immer wieder Fragen und Ebenen der bebilderten Situationen an, überlässt das Ausspielen dieser aber oft dem Publikum. So bleibt man beschäftigt und übersteht kleinere Längen, kann aber nebenbei auch dem guten Ensemble bei der Arbeit zusehen und die gelungene Optik genießen. Schimberg nimmt dem Thema die Dramatik ohne albern zu sein, liefert tonal eine interessante Gratwanderung und gibt sich dabei dennoch auch mal überspitzt. Über (Selbst-)Wahrnehmung und wie man diese in die Welt hinausträgt.

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